Die Natur als Coach Teil 3 – Wie Du am besten mit der Natur in Kontakt kommst

Im ersten Teil  dieser Artikelserie „Die Natur als Coach“ durfte ich die Erlebnisse und Feedbacks von Naturseminar-Teilnehmern wiedergeben. Im zweiten Teil erklärte ich, warum die Natur so heilsam auf unser seelisches Befinden wirkt.

Im 3. und letzten Teil möchte ich Dir verraten, wie Du am besten mit den heilsamen Kräften der Natur in Kontakt kommst und Dir das ganze Potential ihres „Kraftfeldes“ erschließt.

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Wir sitzen zusammen im Halbkreis in einem wunderschönen Seminarraum mit Ausblick auf eine herrliche Blumenwiese. Es ist die Vorstellungsrunde der Teilnehmer eines Naturseminars. Für einen Teilnehmer war es eine besondere Auszeit, die er sich gönnen wollte, um wieder zurück in seine Kraft und Mitte zu finden.

Alex hatte gerade die Beendigung einer mehrjährigen Beziehung hinter sich und litt seit Wochen unter dem Trennungsschmerz. Als er an der Reihe war zu sagen, warum er heute hier ist, antwortete er: „…Sie konnte die Natur so gut wahrnehmen, sie konnte die ganzen Naturwesen sehen und spüren und mich dadurch so intensiv daran teilhaben lassen. Das konnte ich so sehr wertschätzen und ich vermisse diese, ihre Feinfühligkeit und Naturwahrnehmung. …Ich bin hier, um diese Fähigkeit in mir selbst zu entdecken und zu entwickeln und damit vielleicht auch wieder etwas Frieden in mir zu finden….“

Das war sein Ziel: Einen Teil dessen, was er für sich durch die Beziehung gefunden und durch die Trennung wieder verloren hat, wiederzugewinnen – seine Gefühlstiefe und feine Wahrnehmung.

Stellte sich die Frage: Würde es ihm überhaupt möglich sein, sich diese feinstoffliche Welt in so kurzer Zeit zu erschließen und entsprechend tief in seine Gefühlswelt einzutauchen? Oder wäre der Schmerz, der ihn dort erwartet einfach noch zu intensiv, zu überwältigend, so dass es für eine derartige Veränderung einfach noch zu früh wäre?

So viel sei gesagt: Alex ließ sich hingebungsvoll auf das ein, was ich als die „Gefühlsebene der Erde“ bezeichne und öffnete damit das Tor zu seiner „Wieder-Ganz-Werdung.“

Die Gefühlsebene der Erde – eine Grundschwingung liebender Freude

Eines der wichtigsten Dinge, die ich in meinen Wahrnehmungs-Trainings gar nicht oft genug betonen kann, ist, dass das „Bewusstsein“ der Natur nicht auf der mentalen sondern rein auf der emotionalen Ebene angesiedelt ist! (Das habe ich bereits im letzten Artikel beschrieben: „Die Natur als Coach Teil 2 – Warum die Natur so wirksam für Dein Seelenheil ist“)

Das heißt: Die Grundschwingung der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfen ist rein auf der Gefühls- oder Herzebene angesiedelt. Marco Pogacnik, einer der bekanntesten Autoren auf dem Gebiet der Naturwahrnehmung, bezeichnet sie wunderschön „…als eine Grundschwingung liebender Freude…“

Die Natur kommuniziert mit Dir über Dein Gefühl

Je mehr Du in Dein eigenes Gefühl, Dein eigenes Spüren kommst, desto mehr fühlst Du Dich auch verbunden mit allem Lebendigen. Diese emotionale Dimension der Landschaft ermöglicht es Dir überhaupt erst, dass Du Dich an der Schönheit und Erhabenheit eines Baumes oder einer Blume so sehr erfreuen kannst. Es ist eine Sprache der Gefühle.

„Blumen sind die Sprache des Herzens“

„Blumen sind die Sprache des Herzens.“ (persisches Sprichwort)“

Und intuitiv weißt Du das auch. Wenn Du von einem erholsamen Urlaub zurück kommst, und richtig gut in die Natur am Meer, in den Bergen oder am See eingetaucht bist, dann fühlst Du Dich: „..erholt, entspannt, regeneriert, aufgetankt,… bist richtig gut runtergekommen und konntest Deine `Seele baumeln lassen`. Es ist die Gefühlsebene auf welche die natürliche Umgebung so wohltuend einwirkt.

Und „Gefühlszustände“ sind es auch, nach was sich jeder von uns letzten Endes am allermeisten sehnt. Die tieferen Empfindungen von Einssein, All-Verbundenheit, Urvertrauen, inneren Frieden und Liebe.

So hilft Dir die Natur vor allem bei Einem: Zurück zu Dir selbst zu finden und Dich wieder so richtig zu SPÜREN.

Die 3 Geheimnisse für eine ganzheitliche Naturerfahrung

Wenn Du also in einen richtig tiefen Naturkontakt kommen möchtest, ist es gut Deine Aufmerksamkeit auf Deine Empfindungen zu lenken:

1. Vom Denken ins Fühlen – Gegenwärtigkeit

In dem Moment, wo Du einen Atemzug nimmst, trittst Du automatisch in eine heilsame Kommunikation mit Deinem natürlichen Umfeld – so oder so. Der oder das einzige, was Dich manchmal davon abhält, Dir das ganze Heilungspotential zu erschließen ist – Dein Verstand.

Die meiste Zeit sind wir entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft und verlieren uns in „der Welt da draußen“. Was nicht hätte sein dürfen, was noch alles gemacht werden muss usw. Dann bist Du nicht im gegenwärtigen Moment – du bist ab-wesend. Und auch, wenn das Naturfeld bewirkt, dass Du an-wesender wirst, kannst du das zusätzlich für Dich unterstützen, indem Du bewusst in Dein gegenwärtiges Fühlen gehst. Ganz nach dem Motto:

„Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.“

Was siehst Du, hörst Du, riechst Du, spürst Du JETZT gerade?
Indem Du für Dich ganz Da bist, kannst du beginnen das Wunder wahrzunehmen, das IMMER da ist – Das Wunder Natur (wovon Du selbst Teil davon bist!).

2. Sei mit Deinem Herzen dabei – Herzöffnung

Baumumarmung mit Herz 🙂

Indem Du bereit bist Dein Herz zu öffnen und in liebevoller Achtsamkeit Deinen Garten, den Wald betrittst oder Deine Zimmerpflanze gießt, begibst du Dich auf die Schwingungsebene der Natur. Es ist, als ob eine Brücke entsteht, wodurch plötzlich eine lebendige Kommunikation mit der Natur und all ihren Geschöpfen möglich wird. Wenn das Denken zu stark wird, entfernt es Dich von dieser Gefühls-Ebene.

Grundsätzlich kann man sagen: Je stärker das mentale Feld (also das Denken), desto weniger Verbindung mit der Herzebene und damit der Lebendigkeit der Natur.

„Je stärker das mentale Feld, desto mehr entfernst Du Dich von der Natur und somit von Dir selbst.“

3. Vertraue in Deine Wahrnehmung – aufmerksame Beobachtung

Wenn du so aufgewachsen bist, dass Du Jahre oder gar Jahrzehntelang gehört hast: „Das gibt es nicht!“ „Das bildest Du Dir nur ein!“ „Was für ein Blödsinn!“ mag es Dir schwerfallen hier Vertrauen zu fassen.

Gemeint ist damit, dass alles, was an Bildern, Gefühlen, Empfindungen, innerem Hören und Sehen kommt – und sei es auch noch so fantastisch – zugelassen wird. Das ist Deine Fantasie, mit der Du an der magischen Welt, die Dich umgibt, teilhast.

„Fantasie ist wichtiger als Wissen….“

Indem die Fantasie wieder frei fließen darf, öffnest Du Dich für die Gaben, Geschenke, Botschaften und zauberhaften Bilder, die in natürlicher Umgebung auftauchen. Es ist wie ein bewusstes Entgegennehmen der Geschenke, die die Natur Dir in jedem Moment macht. Das sind unglaubliche Ressourcen und Hilfen auf Deinem Entwicklungsweg, die Du hier erhältst.

„Fantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt. Fantasie umfasst die ganze Welt.“ (Albert Einstein)

Das Vertrauen in Deine Wahrnehmung zu gewinnen und Deine (Über)-Sinne zu schulen, ist der Kern meiner Wahrnehmungstrainings. Das nächste dazu findet im September in der Nähe von Graz statt: „Mediales Wahrnehmen von Natur-und Pflanzenwesen“

Wie Du diese Qualitäten „auf die Erde“ bringst

Gegenwärtigkeit, Herzöffnung und aufmerksame Beobachtung sind Teil von z.T. jahrtausendealten Achtsamkeitsübungen wie z.B. QiGong, Tai Chi, Yoga oder stille Meditation. Und das hat seinen guten Grund.

Jede Art von Bewegung, also direkte Einbeziehung des Körpers, hilft Dir dabei diese „Tugenden“ zu pflegen und fördert somit die Aufnahmebereitschaft von heilenden Naturkräften. Umso bewusster Bewegung ausgeführt wird um so wirkungsvoller.

Die allerbeste Übung ist die, bei Der Du selbst am meisten Freude hast und die Dir am ehesten entspricht. Das kann Joggen, Yoga, QiGong oder auch nur das Sitzen auf dem Bankerl sein während Du die Geräusche des Waldes genießt. Freude dabei zu haben ist die Grundvorraussetzung für ein offenes Herz.

Die Rückverbindung zu Liebe – Wenn Wunder ganz natürlich geschehen

Was geschah jetzt eigentlich mit Alex und seiner Geschichte?

Alex hatte den Mut, das Herz und die Hingabe sich ganz auf die Gefühlsebene und die Naturkräfte vor Ort einzulassen. Und wie in Teil 1 beschrieben waren diese sehr stark und herausfordernd („Die Natur als Coach Teil 1 – Wenn Wunder ganz natürlich geschehen“).

Er war bereit die Reise anzutreten und eröffnete sich in kürzester Zeit eine Welt, von der er glaubte, dass nur „andere“ sie wahrnehmen können.

„Danke dafür, dass Du mir geholfen hast eine Türe zu meiner neuen Naturwahrnehmung zu öffnen. Einer Türe, von der ich bisher dachte, dass diese nur für andere offen steht! Danke!“

Aber es geschah noch viel mehr als das, was er sich eigentlich als Ziel gesetzt hatte. Das, was durch diesen Naturkontakt ausgelöst wurde, veränderte sein Leben auf allen Ebenen. Alex wurde wieder ein Stück ganzer und fand letztendlich in sich das, was er glaubte durch die Trennung verloren zu haben – sich selbst.

Ich möchte dazu einen Auszug aus seinem wunderbaren Feedback wiedergeben und ihn selbst sprechen lassen:

Teilnehmerstimme von Alex: „Zur Natur Erwachen in Südkärnten“:

„…Durch die 4 Tage ist bei mir, glaube ich, viel Transformation passiert,- wahrscheinlich ist es jetzt noch viel zu früh, um abschätzen zu können,- wieviel. Doch wenn ich meinen heutigen Tag ansehe, so kann ich Dir schon folgende Erfolgsmeldungen aus meinem Leben geben.

• Zum ersten Mal seit einigen Jahren, habe ich im Garten gefrühstückt. Und es sehr genossen, meinen Computer erst danach aufzudrehen 🙂 Meinen Kirschbaum begrüsst, und mich darüber gefreut, dass im Gemüsebeet der Girsch wächst 🙂

• Soeben habe ich einem Kunden mitgeteilt, dass ich keinen weiteren Rabatt geben kann, weil dies meinen Unternehmenswerten widerspricht. Und gerade eben habe ich darauf eine Antwort bekommen, dass der Kunde aufgrund meiner respektablen Unternehmensphilosophie keinen weiteren Rabatt haben will und hat mich beauftragt 🙂

• Und last but not least: Heute habe ich eine Nachricht erhalten, aus der ich massive Vorwürfe gegen mich herauslesen konnte… Es war mir möglich, die Vorwürfe so zu nehmen, ohne, dass es mich sonderlich kränkt, – ohne, dass ich in Selbstvorwürfe komme und ohne, dass es mich emotional komplett durcheinanderwirft. Ich kann es so nehmen, wie es ist, weil ich durch Euer Seminar die Zuversicht erhalten habe, dass ich gut aufgehoben und gut begleitet bin.

Danke vielmals für diese so wertvollen Tage in denen so viel Großartiges geschehen ist :)“

Alexander, Wien

Bergwald in der Bärenschützklamm, Mixnitz, Österreich

Ich bedanke mich bei der Gelegenheit bei allen Teilnehmern, die mir so aufrichtige und berührende Feedbacks zukommen ließen! Insbesondere bedanke ich mich bei Alex, Claudia und meiner Frau Diana, dafür, dass ich in dieser 3teiligen Artikelserie ihre private Geschichte für eine öffentliche Leserschaft teilen durfte! Es war mir eine große Ehre das so unmittelbar miterlebt zu haben – DANKE!

Wenn Du eine besondere Erfahrung durch und mit der Natur gemacht hast und das teilen möchtest, freue ich mich über Deinen Kommentar!

mit herzlichen Grüßen,

Alfred Zenz – Der Seelengärtner

Die Kohldistel – Der wilde Ersatz für Kopfsalat

Kohldistel
(botanisch: Cirsium oleraceum)

„Eine Distel, die nicht sticht und wie Salat schmeckt.“

Im Sommer blüht auf unseren Wiesen einer der größten, essbaren Wildpflanzen – die Kohldistel. Mit bis zu 150cm Höhe und ihren gelbbraunen, von blassgrünen Blättern umhüllten Blütenköpfchen ist sie unverwechselbar.

Du findest sie recht häufig an eher feuchten, halbschattigen Standorten wie Feuchtwiesen, Bachufer und Gräben.

Welche Bedeutung sie als Wildgemüse hat und wie Du sie eindeutig und sicher erkennst – das erfährst Du in meinem aktuellen Wildkräuter-Video.

Viel Freude beim Anschauen!

Herzlichst,

Alfred Zenz Jun.

PS: Entdecke die Welt der Essbaren Wildkräuter jetzt im Herbst auf einer meiner Wildkräuterwanderungen oder Grünen Smoothie-Workshops

Essbare Wildkraeuter für Grüne Smoothies - Erkennungskarte Teil 1Hole Dir jetzt die praktischen Wildkräuter Erkennungs-Karten und Poster und werde selbst zum Wildkräuter-Experten!

Kohldistel-Ricotta-Crepes

  • für die Crepes:
  • 100ml Milch
  • 1 Ei
  • 1 Prise Kräutermeersalz
  • 25 g Dinkelruchmehl
  • 25 g Maismehl (z.B. Farina Bona)
  • wenig Öl

 

 

Alles mit dem Schneebesen gut verrühren und 30 Minuten ruhen lassen. In einer nicht zu heißen Bratpfanne 4 dünne Crepes ausbacken und warm stellen.

  • Für die Füllung:
  • 400g Kohldistelblätter
  • 1 Schalotte, gehackt
  • 1 EL Bratbuter
  • 1 EL Dinkelruchmehl
  • 100ml Wasser
  • 50ml Weißwein
  • 1 TL Gemüsebrühepulver
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 300g Ricotta, zerbröckelt

 

Die Kohldistelblätter in 1cm breite Stücke schneiden und in Salzwasser 4 Minuten kochen; abgießen. Die Bratbutter erwärmen und die Schalotte einige Minuten anbraten. Das Dinkelruchmehl dazugeben und auf mittlerem Feuer weiterrösten. Das Gemüsebrühepulver dazugeben, unter starkem Rühren wieder zum Kochen bringen und 10 Minuten weiterkochen. Die Knoblauchzehe und den Ricotta zusammen mit dem gekochten Kraut zur Sauce geben und nochmals aufwärmen. Die Crepes damit füllen und heiß servieren.

PS: Rezept nach Meret Bissegger – ihr Buch „Meine wilde Pflanzenküche“ findest Du auf meiner Literaturempfehlungsseite