„Glaube nicht – nur weil Experten es behaupten. Glaube nicht – nur weil es immer so war. Glaube nicht – nur weil andere es auch so sehen. Prüfe und erfahre du selbst.“ (Buddha, Kalama Sutra)
Schreibst du, malst du, produzierst Videos oder Podcasts oder hältst Vorträge? Und welche Rolle spielt es, dich mit dem, was dir am Herzen liegt, zu zeigen, selbst dann, wenn diese Sichtbarkeit bedeutet, dass du dafür von einem Teil der Gesellschaft abgelehnt, ja vielleicht sogar angegriffen wirst?
Wir leben in einer Zeit des Wandels, der mit einer ungeheuren Geschwindigkeit voranschreitet und dabei keinen Stein auf dem anderen lässt – weder gesellschaftlich noch im engsten sozialen Umfeld. Den „Krieg“ erleben wir nicht nur im Nahen Osten oder in der Ukraine, auch die Plattformen der sozialen Medien kann man mittlerweile als „Kriegsschauplätze“ bezeichnen. Sich hier mit Themen zu zeigen, die einem wichtig, ja, vielleicht sogar heilig sind, bedeutet heutzutage auch, ein nicht unerhebliches Risiko einzugehen.
Vor einem Jahr brachte ich den ersten Teil des Springkraut-Videos heraus, in dem ich über die feinstoffliche Wirkung der Pflanze berichtete: Das Indische Springkraut – Eine Pflanze im Zeichen von Belebung, Fantasie und Schöpfergeist. Unter anderem veröffentlichte ich dieses Video in den sozialen Medien mit dem Ergebnis, dass viele auf das Springkraut in einer Art reagierten, welche sie der Pflanze selbst als Eigenschaft unterstellten – nämlich äußerst aggressiv. Sprich, das Video löste neben vielen schönen Kommentaren auch eine gewaltige Welle der Empörung aus. Doch das war nicht alles… Lies den ganzen Beitrag indem du weiter hinunterscrollst …
Im zweiten Teil des Springkraut-Videos erfährst du, welche Bedeutung aus meiner Sicht das Indische Springkraut im naturmedizinischen Kontext, als essbare Wildpflanze sowie als Bienenweide für uns Menschen hat. Und ich gehe ein wenig der brisanten Frage nach, inwieweit diese Pflanze unsere heimische Flora wirklich verdrängt und unser Ökosystem gefährdet. Du darfst gespannt sein.
Das Indische Springkraut Teil 2 – Heilkraut, Essbare Wildpflanze, Bienenweide… und ein invasiver Neophyt
Der Vandalenakt im Wald
… Für den Videodreh gingen wir am Morgen des 25. August 2025 zu einem bestimmten Platz im Wald, wo einzelne Exemplare des Springkrauts majestätisch dastanden. Wir waren ergriffen von der Atmosphäre, die diese bis zu 2,5 hohen Pflanzen hier erschufen. So wollten wir hier drehen. Jedoch machte der stetige Lärm von Motorsensen in der Nähe unser Vorhaben zunichte und wir verschoben den Dreh auf den nächsten Tag.
Als wir am nächsten Morgen zu dem Platz gingen, fanden wir eine komplett verwüstete Fläche vor. Alle Pflanzen wurden brutal umgehackt, ausgerissen und niedergetrampelt. Irgendjemand hatte hier seinen persönlichen Waldamoklauf veranstaltet. Hatte uns vielleicht jemand beim Dreh beobachtet, um anschließend seine Wut an den Pflanzen auszulassen? Wir werden es nie erfahren.
Der Umgang mit anderen Meinungen…
Dieses Vorkommnis und die angriffigen Kommentare beschäftigten mich mehr als mir lieb war. Da waren Aussagen dabei wie: „Ich vernichte dieses unnütze Springkraut wo ich nur kann“, über: „Kackscheißpflanze“ bis hin zur öffentlichen Aufforderung des Boykotts gegen den Seelengärtner, der eine vermeintlich „böse“ Pflanze propagiert.
Vielfach herrschte jedoch schlicht pures Unverständnis wie zum Beispiel: „Diese Pflanze ist ein invasiver Neophyt und verdrängt unsere heimischen Gewächse, die für unsere heimischen Insekten enorm wichtig sind. Wie kann man dafür so schwärmen???? Das erschließt sich mir nicht. Entweder sehr schlecht recherchiert, oder reine Provokation!“
Und ja, wer hier eine gänzlich andere Meinung hat und die Pflanze als reine Bedrohung ansieht, wird kein Verständnis für ein Video haben, wo die Schönheit und die Kraft des Springkrauts in den Fokus gestellt wird. Das verstehe ich vollkommen. Wie ich dennoch darüber so schwärmen kann? Ganz einfach, weil ich mit der Pflanze in einer lebendigen Beziehung stehe und deshalb auch ihren Wert und ihr Potenzial sehen kann. Und meine Recherche erschließt sich aus eigener jahrzehntelanger Beobachtung sowie im praktischen Austausch mit professionellen Botanikern und Biologen – also den Menschen, die vor Ort mit der Pflanze zu tun haben.
Über den Kernwert Wahrheit und dem zu folgen, was dran ist
So oder so trafen mich dieses Vorkommnis und die angriffigen Kommentare auf social media zum Teil so sehr, dass ich einige Zeit brauchte, um mich davon zu erholen. Danach wäre es sehr naheliegend gewesen, die Finger von den Invasiven Neophyten zu lassen, um nicht erneut in die Schusslinie zu geraten. Auch mein soziales Umfeld riet mir davon ab, noch einmal mit so einer Art von Pflanze in die Sichtbarkeit zu gehen: „Wofür auch? Da fängt man sich doch nur Schläge ein!“ Ich legte die Springkraut-Sache also ad acta und versenkte sie irgendwo in den Katakomben meines Unterbewusstseins…
… bis sie ein Jahr später wieder auftauchte. Ich suchte wieder einmal nach einem passenden Inhalt für den nächsten Newsletter. Themen gibt es ja in Hülle und Fülle, ebenso Pflanzen, die mit Sicherheit auf durchwegs positive Resonanz stoßen würden. Dennoch kam ich einfach nicht in die Gänge, einen entsprechenden Inhalt zu generieren. Ich hatte eine Schreibblockade deren Ursache sich zeigen sollte.
Kennst du das Gefühl, wenn du spürst, dass ein bestimmtes Thema dran ist und du aufgrund von logischen Überlegungen davon ablässt, es ausblendest oder umgehst und das vermeintlich Vernünftigere wählst?
So in etwa war es bei mir. Ich konnte einfach nichts schreiben, so lange, bis ich raus in die Natur ging, um zu sehen, was sich denn trotz massiver Trockenheit für Pflanzen anbieten würden. Da waren die Goldrute, der Beifuss oder die Brennnessel und… in Hülle und Fülle das Springkraut am Waldrand. Im gleichen Moment als ich es sah, erinnerte ich mich an die Vorfälle vor einem Jahr hier im Wald und es tauchte die Frage auf: „Will ich mich wirklich verstecken in meiner Liebe zu den Pflanzen, zu denen auch das Springkraut gehört?“ In dem Moment wurde mir klar, was eigentlich dran war: Teil 2 des Springkraut-Videos, den ich bereits vor einem Jahr in Teil 1 angekündigt hatte…
Die Basis einer gesunden Wahrnehmung
Denn dieses Video über diese Pflanze transportiert eines meiner Hauptanliegen – die Natur in all ihrer Schönheit, Lebendigkeit und Tiefe den Menschen zugänglich zu machen. Nicht als ungefilterte Wahrheit, sondern als Einladung, sich selbst mit den Bäumen, den Kräutern oder dem Wald als Ganzes auseinanderzusetzen. Mir geht es um die Beziehung zwischen Mensch und Natur und die damit einhergehende Anbindung an die eigene Natur, wodurch ein lebendiger Austausch überhaupt erst möglich wird.
Im aktuellen Newsletter von Thomas Hübl heißt es: „Wir leben in einer Zeit, in der Geschwindigkeit oft mit Fortschritt verwechselt wird. Wir wollen schneller verstehen, schneller entscheiden, schneller weiterkommen. Dabei übersehen wir leicht, dass unsere Wahrnehmung unter Geschwindigkeit nicht unbedingt genauer wird.“
In Zeiten, in der alles immer schneller wird und wir mit Informationen aus Medien, Internet & Co regelrecht überschwemmt werden, ist eines unverzichtbar: Die eigene, natürliche Wahrnehmung zu pflegen. Nicht, dass diese eigene Wahrnehmung dann „DIE“ Wahrheit wäre, aber sie befähigt uns, mit und durch unser eigenes Fühlen, dir eine eigene Meinung zu bilden anstatt sie von äußeren Autoritäten übernehmen zu müssen.
Echtes Wahrnehmen bedeutet immer auch, uns auf ein Gegenüber wirklich einzulassen. Das ist nicht nur das Fundament von Achtsamkeit sondern schafft auch die Basis für echte und heilsame Beziehungen. Nur dann können wir wirklich spüren, was für uns stimmt und aus dieser Basis heraus eine Entscheidungen treffen.
Meine gesamte Arbeit mit der Natur und den Pflanzen gründet auf diesem Prinzip. Alles, was ich jemals in der Literatur an Wirkungen über Pflanzen gelesen habe, wurde für mich erst lebendig und wahrhaftig, als ich es für mich selbst wahr-nehmen konnte. Wie fühlt sich die Schwingung einer Eiche oder einer Tanne wirklich an? Wie resoniert in mir ein Platz, der mich stärkt und regenerieren lässt im Gegensatz zu einem Platz, der mich auslaugt? Wie reagiert mein Körper auf dieses oder jenes Nahrungsmittel – was nährt mich und was belastet mein System? Jede echte Entscheidung beruht letztendlich auf dem Gefühl der Stimmigkeit, entspringt der Intuition oder dem sogenannte Bauchgefühl, ohne von Daten und Fakten abhängig zu sein, die ohnehin nur begrenzt hilfreich sind und in einem Jahr vielleicht schon wieder das Gegenteil behaupten.
Was das Indische Springkraut betrifft, so möchte ich dich dazu einladen, dich näher mit der Pflanze zu beschäftigen, sie zu beobachten, zu riechen, zu schmecken und deinen Blick auf die größeren Zusammenhänge zu richten. So viel sei gesagt: Dieses Sich-Einlassen und Wahrnehmen ändert alles und schenkt dir vor allem eines: Mehr Wahlfreiheit in dem, was für dich gerade wirklich dran, stimmig und richtig ist.
Herzlichst,
Alfred Zenz – Der Seelengärtner
Intuitives Wahrnehmen natürlicher Kraftfelder – Lehrgang für Kommunikation mit Natur- und Pflanzenenergien 
Bei diesem Lehrgang hast du Gelegenheit dich ganz auf das Kraftfeld Natur einzulassen und Vertrauen in deine eigene, (über)natürliche Wahrnehmung zu bekommen.
Du möchtest:
- Pflanzen als Verbündete bei persönlichen Entwicklungsprozessen erfahren
- Lernen mit dem Wesen von Bäumen zu kommunizieren
- Kraftplätze & radiästhetische Landschaftsphänomene wahrnehmen
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…dann hilft dir dieser Lehrgang dabei in einen lebendigen Austausch mit der unsichtbaren Dimension der Natur zu kommen.
Mehr erfährst du HIER
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Danke danke danke….
Lieber Alfred, vielen lieben Dank für das zweite Video zum Springkraut. Respekt von meiner Seite, die eine Seite wird wieder mit unnötigen/bösen Kommentaren reagieren. Aber es ist für naturverbundene Menschen auch ein Anreiz genauer hinzuschauen, und zu erkennen das nicht die Pflanzen das Problem sind.
Danke nochmal, das hat auch mir wieder Mut gemacht, meine Sicht der Natur zu vermitteln.
Viele Grüße an dich und Jasmin
Liebe Ulrike,
Vielen dank für dein Kommentar, über was ich mich echt freue. Genau deswegen, bin ich ja dann doch rausgegangen mit Teil 2, um auch mal eine andere Perpsektive auf die Pflanze zu bringen (die mir sehr am Herzen liegt) und damit zugleich auch denen Mut zu machen, ihre Sicht nach außen hin zu vertreten… auch, wenn das nicht immer leicht ist, ist es wichtig. In diesem Sinne danke für diesen, deinen wertvollen Beitrag.
Herzlichst, Alfred
Lieber Alfred,
ganz lieben Dank für dieses wunderbare Video! Ich bin ehrlich gesagt erschüttert darüber, dass du mit soviel Hass überschüttet wurdest!
Was macht uns allen den soviel Angst vor dem Fremden und Neuen? Diese Frage kann man auf einfach ALLES übertragen…
Schön, dass du dich nicht unterkriegen lässt und uns weiter an deinem unendlichen Wissen und Fühlen teilhaben lässt.
Ganz herzliche Grüße an dich und Jasmine, Heike
Liebe Heike,
Danke für deine Anteilnahme. Tja, dass die sozialen Medien von vielen dafür genutzt werden, um ihrer Wut Luft zu machen, ist heutzutage Usus… allen voran dann, wenn es um etwas Fremdes und Neues geht. Und ja, das kann man definitiv auf ALLES übertragen. Die Verantwortung zu sich zu nehmen und die emotionale Reaktion bewusst zu reflektieren, bezeichnet man dann wohl als „Schattenarbeit“ 😉 Aber es gab auch sehr viele wertschätzende Kommentare – so wie deines eben jetzt – und dafür lohnt es sich für mich auch mit heiklen Themen, wie beispielsweise den invasiven Neophyten, in eine gewisse Sichtbarkeit zu gehen. In diesem Sinne, vielen, lieben Dank fürs Teilen!
Mit lieben Grüßen (auch von Jasmine), Alfred
Vielen Dank lieber Alfred, für dein informatives Video und für deinen Mut trotz der Angriffe, dieses 2. Video auch zu drehen und zu veröffentlichen. Ich gebe selber auch Naturworkshops und kenne diese Verletzlichkeit der man sich aussetzt wenn man unbequemes oder ungewöhnliches kundtut.
Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Pflanzen und habe nie verstanden wieso Menschen gegen Pflanzen kämpfen und sie vernichten. Noch absurder wird es wenn die eigenen Pflanzen gegen sogenannte „bösen“ invasiven Arten verteidigt werden müssen und letztere deswegen auf brutale Weise zerstört werden. Du zeigst sehr gut auf dass es genau diese Pflanzen sind die einen Mangel ausgleichen und somit wieder zu einem gesunden Gleichgewicht beitragen können.
Ich wünsche mir sehr dass immer mehr Menschen, alle Pflanzen mit offenem Herzen sehen können und ihre Kraft und Schönheit wahrnehmen. Ich freue mich dass du deine Erfahrungen und Kenntnisse hier und in deinen Workshops teilst. Das macht auch mir Mut weiter zu machen.
Herzliche Grüße Marie-Paule
Liebe Marie-Paule,
Danke für deinen Beitrag über den ich mich sehr freue. Vor allem teile ich deine Liebe zu allen Pflanzen, die eine Einteilung in „gut“ und „böse“ für mich schlichtweg unmöglich macht. Wenn wir wirklich in eine lebendige Beziehung mit der uns umgebenden Natur gehen und mit offenen Augen schauen und beobachten, erschließen sich uns die größeren Zusammenhänge. Ja, diese sogenannten invasiven Neophyten, bei denen viele Wieder-Einwanderer sind, gleichen etwas aus, sind Teil der Selbstheilungskräfte der Natur, wie die Immunzellen in unserem Körper, die aktiv werden, wenn der Organismus kränkelt. Die Natur regeneriert und heilt sich hier auf eine Weise selbst.
Danke nochmals für deinen Hinweis zu dieser Thematik. Es wäre schön, wenn dieses Naturbewusstsein weitere Kreise zieht und wir dadurch aufhören „Krieg“ gegen die Natur zu führen, der letztendlich ein Krieg gegen uns selbst ist.
Mit herzlichen Grüßen,
Alfred
Lieber Alfred,
gestern beim Besuch des Apfelgartens in Plön sprach der Herr, der uns informierte die Worte: er wäre inzwischen sehr zurückhaltend bei der Beurteilung und Verurteilung von ‚invasiven‘ Pflanzen, da ja auch der Apfel nicht seinen Ursprung hierzulande habe. Ebensowenig die Kartoffel, der Mais, die Tomate,…
Wir haben lange Zeit in Bayern gelebt inmitten einer von den Menschen auf ihren Nutzen reduzierten Natur, was sich durch Monokulturen und Vernichtung von unliebsamen Beipflanzen , der Reduktion der Artenvielfalt kennzeichnete. Da wuchs das Springkraut gerne. Und wo kaum noch etwas als Hummel- und Bienenweide vorhanden war, siedelte es sich üppig an.
Nun hier in Schleswig Holstein, wo die Natur deutlich vielfältiger ist und das Miteinander mit ihr ein ganz anderes Verständnis zeigt, findet man kaum Springkraut.
Dieses aus meiner Beobachtung.
Es grüßt herzlich,
Sissi
Liebe Sissi, Danke fürs Teilen deiner Beobachtung, die einmal mehr bestätigt, dass invasive Neophyten bevorzugt auf irritierten Flächen vorkommen. So findet man diese „Einwanderer“ auch gerne in Grossstädten, wo Götterbaum, Schmetterlingsstrauch & Co dem grauen Beton etwas Grün verleihen. Und schön auch dein Hinweis auf Mais, Kartoffeln oder gar unserem geliebten Apfelbaum… Wer maßt sich da an von „heimisch“ und „ausländisch“ zu reden? Vielen lieben Dank für deinen wertvollen Beitrag. Herzlichst, Alfred
Lieber Alfred!
Vielen Dank für deine so ehrlichen Worte, die – wie mir sicher scheint – aus deinem tiefsten Inneren kommen! Als regelmäßiger Vortragender schneide ich gerne das Thema „Neophyten“ an, weil es mir wie dir sehr am Herzen liegt. Mein Eindruck ist, dass der „Neophytenhass“ zum Großteil einem Verständnis entspringt, das aus einseitiger oder schlicht falscher Information, einer bestimmten individuellen Persönlichkeitsstruktur und nicht zuletzt politischer Motivation (z.B. eng gefasster Naturschutzgedanke) resultiert. Das Neophytenthema ist dabei durchaus nicht das einzige, das es aus meiner Sicht im „gerechten“ Sinn aufzuarbeiten gilt. Solche Themen ziehen sich durch unsere gesamte Gesellschaftsstruktur bis hin zu den wenige Jahrtausende alten Hintergründen, die unsere Gesellschaft so werden ließen, wie sie jetzt ist.
Die zentrale Frage, die mich seit einiger Zeit massiv beschäftigt ist folgende: Wie schaffe ich es, Inhalte, von denen ich glaube, dass sie für die Natur und das Naturverständnis der Menschen wertvoll sind, in einer Weise zu transportieren, dass diese für die ZuhörerInnen/LeserInnen annehmbar sind, ohne Widerstand auszulösen und – eine andere Sache – dass ich in der Lage bin, eine positive Haltung gegenüber den Menschen und deren Meinungen einzunehmen, die ganz anders „denken“.
Ich stelle immer wieder fest, dass mit (wissenschaftlicher) Argumentation nicht viel zu erreichen ist. Also, was/wie tun? Für mich gibt es drei Ansätze: 1. Ich sage: „Das ist meine Meinung.“ 2. Ich führe die Studien auf Punkt und Beistrich an, die meinen Argumenten zu Grunde liegen. 3. Ich bringe ein (individuelles) Fallbeispiel aus erster Hand (z.B. „Ein Bauer, mit dem ich gesprochen habe, hat…“).
Das mit dem persönlichen Groll ist ein anderes Thema, da darf ich noch viel an mir arbeiten. 😉
Und übrigens, den Spruch, den Buddha (sinngemäß) gesagt haben soll, finde ich auch sehr treffend!
Alles Liebe, Wilfried
Lieber Wilfried,
Danke für deinen Beitrag, den ich wirklich sehr bereichernd finde. Und ja, ich sehe das mit den Neophyten sehr ähnlich wie du und es berührt so viele andere Themen als nur die Pflanzenwelt. Neophyten sind, so finde ich, ein pflanzlicher Spiegel für das, wie wir als Gesellschaft miteinander aber auch mit unserer Erde umgehen bis hin zum Umgang mit dem eigenen Körper. Zu deiner zentralen Frage, die ich mir übrigens ebenso stelle: Ich denke Widerstand von Andersdenkenden gehört dazu, genauso wie ein Verständnis für diese anders denkenden Menschen zu entwickeln. Aus dem Konfliktmanagement stammt der Satz: „Eine Verhandlung sollte erst dann beginnen, wenn jede Partei den Standpunkt der anderen Partei zu deren Zufriedenheit dargestellt hat.“ Ich habe ein Jahr gewartet, bis ich mit Teil 2 des Springkrauts rausging – einfach, weil ich die negativen Reaktionen von Social Media erst einmal verarbeiten musste.
Mir ist klar, dass solcherart Themen zum Teil massiv polarisieren, vor allem, wenn die Ansichten nicht dem mainstream entsprechen. Deshalb hat sich meine Frage mittlerweile dahin verändert: Wie kann ich lernen, besser damit umzugehen, bei mir, in meiner Mitte und damit auch in der Liebe zu den Pflanzen zu bleiben in so einem Fall? Eine Antwort ist, mir regelmäßig die positiven Reaktionen und Stimmen von Menschen zu vergegenwärtigen, die darüber froh sind, dass Menschen wie du und ich die pflanzlichen (Wieder)Einwanderer in einem anderen Licht präsentieren. Ich denke, dafür sind wir auch da, ist Teil unserer Aufgabe 🙂
Tatsächlich ist mir ein Experte, wie du es auf diesem Gebiet bist und mit dem ich mich austauschen kann, einer der größten Ressourcen dazu (dafür DANKE!). Und aus meiner Sicht gehören alle 3 Ansätze, die du beschreibst, mit rein: Von der eigenen, ganz persönlichen Meinung über Studien bis hin zu praktischen Fallbeispielen. … und wegen dem Groll, ja, ich würde sagen, lass uns das coachen 🙂
Vielen Dank für deinen wertvollen Beitrag!
Herzlichst, Alfred