Im ersten Teil  dieser Artikelserie „Die Natur als Coach“ durfte ich die Erlebnisse und Feedbacks von Naturseminar-Teilnehmern wiedergeben. Im zweiten Teil erklärte ich, warum die Natur so heilsam auf unser seelisches Befinden wirkt.

Im 3. und letzten Teil möchte ich Dir verraten, wie Du am besten mit den heilsamen Kräften der Natur in Kontakt kommst und Dir das ganze Potential ihres „Kraftfeldes“ erschließt.

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Wir sitzen zusammen im Halbkreis in einem wunderschönen Seminarraum mit Ausblick auf eine herrliche Blumenwiese. Es ist die Vorstellungsrunde der Teilnehmer eines Naturseminars. Für einen Teilnehmer war es eine besondere Auszeit, die er sich gönnen wollte, um wieder zurück in seine Kraft und Mitte zu finden.

Alex hatte gerade die Beendigung einer mehrjährigen Beziehung hinter sich und litt seit Wochen unter dem Trennungsschmerz. Als er an der Reihe war zu sagen, warum er heute hier ist, antwortete er: „…Sie konnte die Natur so gut wahrnehmen, sie konnte die ganzen Naturwesen sehen und spüren und mich dadurch so intensiv daran teilhaben lassen. Das konnte ich so sehr wertschätzen und ich vermisse diese, ihre Feinfühligkeit und Naturwahrnehmung. …Ich bin hier, um diese Fähigkeit in mir selbst zu entdecken und zu entwickeln und damit vielleicht auch wieder etwas Frieden in mir zu finden….“

Das war sein Ziel: Einen Teil dessen, was er für sich durch die Beziehung gefunden und durch die Trennung wieder verloren hat, wiederzugewinnen – seine Gefühlstiefe und feine Wahrnehmung.

Stellte sich die Frage: Würde es ihm überhaupt möglich sein, sich diese feinstoffliche Welt in so kurzer Zeit zu erschließen und entsprechend tief in seine Gefühlswelt einzutauchen? Oder wäre der Schmerz, der ihn dort erwartet einfach noch zu intensiv, zu überwältigend, so dass es für eine derartige Veränderung einfach noch zu früh wäre?

So viel sei gesagt: Alex ließ sich hingebungsvoll auf das ein, was ich als die „Gefühlsebene der Erde“ bezeichne und öffnete damit das Tor zu seiner „Wieder-Ganz-Werdung.“

Die Gefühlsebene der Erde – eine Grundschwingung liebender Freude

Eines der wichtigsten Dinge, die ich in meinen Wahrnehmungs-Trainings gar nicht oft genug betonen kann, ist, dass das „Bewusstsein“ der Natur nicht auf der mentalen sondern rein auf der emotionalen Ebene angesiedelt ist! (Das habe ich bereits im letzten Artikel beschrieben: „Die Natur als Coach Teil 2 – Warum die Natur so wirksam für Dein Seelenheil ist“)

Das heißt: Die Grundschwingung der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfen ist rein auf der Gefühls- oder Herzebene angesiedelt. Marco Pogacnik, einer der bekanntesten Autoren auf dem Gebiet der Naturwahrnehmung, bezeichnet sie wunderschön „…als eine Grundschwingung liebender Freude…“

Die Natur kommuniziert mit Dir über Dein Gefühl

Je mehr Du in Dein eigenes Gefühl, Dein eigenes Spüren kommst, desto mehr fühlst Du Dich auch verbunden mit allem Lebendigen. Diese emotionale Dimension der Landschaft ermöglicht es Dir überhaupt erst, dass Du Dich an der Schönheit und Erhabenheit eines Baumes oder einer Blume so sehr erfreuen kannst. Es ist eine Sprache der Gefühle.

„Blumen sind die Sprache des Herzens“

„Blumen sind die Sprache des Herzens.“ (persisches Sprichwort)“

Und intuitiv weißt Du das auch. Wenn Du von einem erholsamen Urlaub zurück kommst, und richtig gut in die Natur am Meer, in den Bergen oder am See eingetaucht bist, dann fühlst Du Dich: „..erholt, entspannt, regeneriert, aufgetankt,… bist richtig gut runtergekommen und konntest Deine `Seele baumeln lassen`. Es ist die Gefühlsebene auf welche die natürliche Umgebung so wohltuend einwirkt.

Und „Gefühlszustände“ sind es auch, nach was sich jeder von uns letzten Endes am allermeisten sehnt. Die tieferen Empfindungen von Einssein, All-Verbundenheit, Urvertrauen, inneren Frieden und Liebe.

So hilft Dir die Natur vor allem bei Einem: Zurück zu Dir selbst zu finden und Dich wieder so richtig zu SPÜREN.

Die 3 Geheimnisse für eine ganzheitliche Naturerfahrung

Wenn Du also in einen richtig tiefen Naturkontakt kommen möchtest, ist es gut Deine Aufmerksamkeit auf Deine Empfindungen zu lenken:

1. Vom Denken ins Fühlen – Gegenwärtigkeit

In dem Moment, wo Du einen Atemzug nimmst, trittst Du automatisch in eine heilsame Kommunikation mit Deinem natürlichen Umfeld – so oder so. Der oder das einzige, was Dich manchmal davon abhält, Dir das ganze Heilungspotential zu erschließen ist – Dein Verstand.

Die meiste Zeit sind wir entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft und verlieren uns in „der Welt da draußen“. Was nicht hätte sein dürfen, was noch alles gemacht werden muss usw. Dann bist Du nicht im gegenwärtigen Moment – du bist ab-wesend. Und auch, wenn das Naturfeld bewirkt, dass Du an-wesender wirst, kannst du das zusätzlich für Dich unterstützen, indem Du bewusst in Dein gegenwärtiges Fühlen gehst. Ganz nach dem Motto:

„Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.“

Was siehst Du, hörst Du, riechst Du, spürst Du JETZT gerade?
Indem Du für Dich ganz Da bist, kannst du beginnen das Wunder wahrzunehmen, das IMMER da ist – Das Wunder Natur (wovon Du selbst Teil davon bist!).

2. Sei mit Deinem Herzen dabei – Herzöffnung

Baumumarmung mit Herz 🙂

Indem Du bereit bist Dein Herz zu öffnen und in liebevoller Achtsamkeit Deinen Garten, den Wald betrittst oder Deine Zimmerpflanze gießt, begibst du Dich auf die Schwingungsebene der Natur. Es ist, als ob eine Brücke entsteht, wodurch plötzlich eine lebendige Kommunikation mit der Natur und all ihren Geschöpfen möglich wird. Wenn das Denken zu stark wird, entfernt es Dich von dieser Gefühls-Ebene.

Grundsätzlich kann man sagen: Je stärker das mentale Feld (also das Denken), desto weniger Verbindung mit der Herzebene und damit der Lebendigkeit der Natur.

„Je stärker das mentale Feld, desto mehr entfernst Du Dich von der Natur und somit von Dir selbst.“

3. Vertraue in Deine Wahrnehmung – aufmerksame Beobachtung

Wenn du so aufgewachsen bist, dass Du Jahre oder gar Jahrzehntelang gehört hast: „Das gibt es nicht!“ „Das bildest Du Dir nur ein!“ „Was für ein Blödsinn!“ mag es Dir schwerfallen hier Vertrauen zu fassen.

Gemeint ist damit, dass alles, was an Bildern, Gefühlen, Empfindungen, innerem Hören und Sehen kommt – und sei es auch noch so fantastisch – zugelassen wird. Das ist Deine Fantasie, mit der Du an der magischen Welt, die Dich umgibt, teilhast.

„Fantasie ist wichtiger als Wissen….“

Indem die Fantasie wieder frei fließen darf, öffnest Du Dich für die Gaben, Geschenke, Botschaften und zauberhaften Bilder, die in natürlicher Umgebung auftauchen. Es ist wie ein bewusstes Entgegennehmen der Geschenke, die die Natur Dir in jedem Moment macht. Das sind unglaubliche Ressourcen und Hilfen auf Deinem Entwicklungsweg, die Du hier erhältst.

„Fantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt. Fantasie umfasst die ganze Welt.“ (Albert Einstein)

Das Vertrauen in Deine Wahrnehmung zu gewinnen und Deine (Über)-Sinne zu schulen, ist der Kern meiner Wahrnehmungstrainings. Das nächste dazu findet im September in der Nähe von Graz statt: „Mediales Wahrnehmen von Natur-und Pflanzenwesen“

Wie Du diese Qualitäten „auf die Erde“ bringst

Gegenwärtigkeit, Herzöffnung und aufmerksame Beobachtung sind Teil von z.T. jahrtausendealten Achtsamkeitsübungen wie z.B. QiGong, Tai Chi, Yoga oder stille Meditation. Und das hat seinen guten Grund.

Jede Art von Bewegung, also direkte Einbeziehung des Körpers, hilft Dir dabei diese „Tugenden“ zu pflegen und fördert somit die Aufnahmebereitschaft von heilenden Naturkräften. Umso bewusster Bewegung ausgeführt wird um so wirkungsvoller.

Die allerbeste Übung ist die, bei Der Du selbst am meisten Freude hast und die Dir am ehesten entspricht. Das kann Joggen, Yoga, QiGong oder auch nur das Sitzen auf dem Bankerl sein während Du die Geräusche des Waldes genießt. Freude dabei zu haben ist die Grundvorraussetzung für ein offenes Herz.

Die Rückverbindung zu Liebe – Wenn Wunder ganz natürlich geschehen

Was geschah jetzt eigentlich mit Alex und seiner Geschichte?

Alex hatte den Mut, das Herz und die Hingabe sich ganz auf die Gefühlsebene und die Naturkräfte vor Ort einzulassen. Und wie in Teil 1 beschrieben waren diese sehr stark und herausfordernd („Die Natur als Coach Teil 1 – Wenn Wunder ganz natürlich geschehen“).

Er war bereit die Reise anzutreten und eröffnete sich in kürzester Zeit eine Welt, von der er glaubte, dass nur „andere“ sie wahrnehmen können.

„Danke dafür, dass Du mir geholfen hast eine Türe zu meiner neuen Naturwahrnehmung zu öffnen. Einer Türe, von der ich bisher dachte, dass diese nur für andere offen steht! Danke!“

Aber es geschah noch viel mehr als das, was er sich eigentlich als Ziel gesetzt hatte. Das, was durch diesen Naturkontakt ausgelöst wurde, veränderte sein Leben auf allen Ebenen. Alex wurde wieder ein Stück ganzer und fand letztendlich in sich das, was er glaubte durch die Trennung verloren zu haben – sich selbst.

Ich möchte dazu einen Auszug aus seinem wunderbaren Feedback wiedergeben und ihn selbst sprechen lassen:

Teilnehmerstimme von Alex: „Zur Natur Erwachen in Südkärnten“:

„…Durch die 4 Tage ist bei mir, glaube ich, viel Transformation passiert,- wahrscheinlich ist es jetzt noch viel zu früh, um abschätzen zu können,- wieviel. Doch wenn ich meinen heutigen Tag ansehe, so kann ich Dir schon folgende Erfolgsmeldungen aus meinem Leben geben.

• Zum ersten Mal seit einigen Jahren, habe ich im Garten gefrühstückt. Und es sehr genossen, meinen Computer erst danach aufzudrehen 🙂 Meinen Kirschbaum begrüsst, und mich darüber gefreut, dass im Gemüsebeet der Girsch wächst 🙂

• Soeben habe ich einem Kunden mitgeteilt, dass ich keinen weiteren Rabatt geben kann, weil dies meinen Unternehmenswerten widerspricht. Und gerade eben habe ich darauf eine Antwort bekommen, dass der Kunde aufgrund meiner respektablen Unternehmensphilosophie keinen weiteren Rabatt haben will und hat mich beauftragt 🙂

• Und last but not least: Heute habe ich eine Nachricht erhalten, aus der ich massive Vorwürfe gegen mich herauslesen konnte… Es war mir möglich, die Vorwürfe so zu nehmen, ohne, dass es mich sonderlich kränkt, – ohne, dass ich in Selbstvorwürfe komme und ohne, dass es mich emotional komplett durcheinanderwirft. Ich kann es so nehmen, wie es ist, weil ich durch Euer Seminar die Zuversicht erhalten habe, dass ich gut aufgehoben und gut begleitet bin.

Danke vielmals für diese so wertvollen Tage in denen so viel Großartiges geschehen ist :)“

Alexander, Wien

Bergwald in der Bärenschützklamm, Mixnitz, Österreich

Ich bedanke mich bei der Gelegenheit bei allen Teilnehmern, die mir so aufrichtige und berührende Feedbacks zukommen ließen! Insbesondere bedanke ich mich bei Alex, Claudia und meiner Frau Diana, dafür, dass ich in dieser 3teiligen Artikelserie ihre private Geschichte für eine öffentliche Leserschaft teilen durfte! Es war mir eine große Ehre das so unmittelbar miterlebt zu haben – DANKE!

Wenn Du eine besondere Erfahrung durch und mit der Natur gemacht hast und das teilen möchtest, freue ich mich über Deinen Kommentar!

mit herzlichen Grüßen,

Alfred Zenz – Der Seelengärtner

Sie ist einer der größten, essbaren Wildpflanzen unserer Wiesen – die Kohldistel. Ihre angenehm mild schmeckenden Blätter erinnern an herben Kopfsalat und sind ein ausgezeichnetes Wildgemüse! Sie ist im Sommer mit ihren charakteristischen Blüten unverwechselbar, lässt sich aber auch alleine an ihren Blättern schnell und eindeutig bestimmen.

1984 erregte eine außergewöhnliche Krankenhaus-Studie die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit.

Der texanische Architekturprofessor Roger Ulrich wies in einem Experiment nach, dass dass Patienten, die nach einer Operation ein Zimmer mit Ausblick auf einen Baum hatten, sich schneller erholten als solche, die so einen Ausblick nicht genießen konnten. Es war sogar so, dass die Patienten in der „Baum-Gruppe“ nach er Operation deutlich weniger Schmerzmittel benötigen als die Vergleichsgruppe ohne Baum-Aussicht!

Die Studie war deshalb so aufsehenserregend, weil er damit den Beweis lieferte, dass: „Alleine der Blick auf einen Baum heilt!“ (Roger Ulrich)

Alleine der Anblick von Blumen ist bereits heilsam

Und es muss dazu auch kein Baum sein, dessen Anblick unglaubliches in unserer Psyche bewirkt. An der Kansas State Universität in den USA fanden Forscher heraus:

  • Dass allein der Anblick von rot blühenden Geranien emotionalen Stress bei Frauen deutlich reduziert

    Lavendelblüte (Lavandula angustifolia)

  • Dass sowohl das Aussehen als auch der Duft von Lavendel bereits starke Entspannungszustände auslöst und Angstzustände zu lindern vermag! (Die feinstoffliche Wirkung des Lavendels habe ich in meinem Artikel beschrieben: „Der Duft des Lavendels“)

Dabei konnte beobachtet werden, dass die Wirkung bei Frauen immer stärker ausfiel als bei den Männern. Aber die Männer kommen nicht zu kurz. Von der gleichen Universität stammt nämlich der Beweis:

  • Dass der Anblick von Blumen im Garten bei Männern angstlösend wirkt!
  • Und Blumen oder gar Blumengestecke am Besprechungstisch das männliche Konkurrenzdenken reduziert!

Ein Appell an alle Männer in einer Führungskräfteposition: Beim nächsten Geschäftsmeeting vorher einen Strauß Blumen besorgen (oder noch besser selber pflücken) und ganz selbstbewusst auf den Besprechungstisch stellen. Die Atmosphäre ist dann schon mal deutlich entspannter 🙂

Ich könnte hier noch seitenweise derartige Forschungsergebnisse aufzählen. Was ich damit aber zeigen will, ist, dass der „Faktor Natur“ viel mehr Einfluss auf unser psychisches Befinden hat, als man gemeinhin vielleicht annehmen würde.

Warum Natur so positiv auf Dein seelisches Befinden einwirkt

Die einen meinen, es sind vor allem die Einwirkungen auf der körperlichen Ebene, was unsere Psyche gesunden lässt. Andere wiederum sind zutiefst davon überzeugt, dass sie ihre Kraft aus der unsichtbaren, feinstofflichen Welt erhalten wie z.B. dem Pflanzengeist oder den Naturwesen.

Es ist sicherlich ein Zusammenspiel aller Faktoren. Die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte sind:

  • Die positive Wirkung auf Deine körperliche Gesundheit – und somit auch auf Deine psychische Verfassung

Indem Du z.B. Waldluft einatmest, atmest Du einen Cocktail aus bioaktiven Substanzen ein, welche die Bäume aussenden. Diese Substanzen alleine bewirken in Deinem Körper eine deutliche Stressreduktion (Dein Cortisol- und Adrenalinspiegel im Blut sinkt) sowie eine erhöhte Abwehrkraft (Dein Immunsystem wird in seiner gesamten Funktion gestärkt und aktiver).

Ebenso wird vor allem in Verbindung mit Sonnenlicht vermehrt das Wohlfühlhormon Serotonin ausgeschüttet – Es hebt die Stimmung, macht gelassener und lindert Angstgefühle.

So hilft z.B. der Wald dabei, körperlich gesund zu bleiben. Und ein gesunder, kräftiger Organismus ist auch die Vorraussetzung um in einer guten psychischen Verfassung sein zu können.

  • Die Natur programmiert Dein Gehirn auf Entspannung

Alpha-Wellen als das „Tor zur Meditation“

Der Lavendel, wie oben beschrieben, wirkt unter anderem deshalb so entspannend auf uns, weil er die sogenannten Beta-Wellen im Gehirn deutlich reduziert.

Was sind Beta-Wellen?

Unser Gehirn schwingt im Wachzustand in sogenannten Beta-Wellen. Sie sind wichtig für Konzentration aber auch zuständig für Streß, Hektik und Sorgen, wenn sie all zu aktiv schwingen. Lavendel dagegen regt die Alpha-Wellen des Gehirns an. Diese sind zuständig für eine gelöste und entspannte Grundhaltung und werden auch als „Das Tor zur Meditation“ bezeichnet.

Diese Phänomen kannst Du selbst sehr gut überprüfen, z.B. wenn Du gerade irgendwo auf Urlaub bist und gemütlich „abhängst“.
Und dann kommt Dir plötzlich der Gedanke in den Sinn, dass Du Deine emails abfragen könntest. Noch während Du online bist und vielleicht zusätzlich durch Facebook & Co surfst, verändert sich Dein Zustand signifikant. Spätestens nach dem virtuellen Ausflug kannst Du wahrscheinlich eine deutliche Zunahme der körperlichen Anspannung fühlen – unerheblich davon, ob es „positive“ oder „negative“ Nachrichten im Netz gab. Das rührt daher, dass unser Gehirn bei derartigen Tätigkeiten sofort in den Arbeits-Modus wechselt und vermehrt in Beta-Wellen schwingt.

Wenn Du Dich dann aber wieder zurück in die Hängematte unter den Bäumen schwingst, weiß das üppige „Grün“ genau die „Knöpfe“ in Deinem Gehirn zu „drücken“, die Dein System wieder zurück in den Entspannungs-Modus bringen. Der Garten bewirkt hier übrigens das Gleiche.

Beim nächsten Urlaub einfach selbst ausprobieren und beobachten oder das Heim-Experiment im eigenen Garten durchführen 🙂

  • Die Natur lässt Dich so SEIN wie Du BIST

Immer wieder höre ich Teilnehmer in der Feedbackrunde meiner Naturseminare sagen: „Danke, dass ich hier so sein durfte, wie ich bin!“

Kennst Du das, wie Du erleichtert aufatmest, wenn Du nach einem gestressten Arbeitsalltag einen Waldspaziergang unternimmst?

„abhängen“ am Meer unter Bäumen

Das kommt vor allem daher, dass Du in der Natur nichts und niemandem mehr entsprechen musst. Der Wald, der Fluss, der Berg, der Adler, der am Himmel seine Kreise zieht, die Glockenblume auf der Wiese…sie alle interessieren sich nicht für Deinen Gehaltszettel, Dein Aussehen und Deine Leistungen. Die Sonne schickt dir keine Stromrechnung dafür dass sie Dich wärmt und das Wasser aus dem Bergquellfluss ist gratis. Alles ist in Hülle und Fülle da und erinnert Dich an Deine eigene, innere Fülle – daran, dass das Leben dich liebt und dass du Kind von Mutter Erde bist, die dich trägt, schützt, nährt und liebt – bedingungslos. Das gibt Dir den Raum ganz für Dich da zu sein und Dich in Deinem ganzen Wesen wahrzunehmen und zu erfahren.

In der Psychologie wird dieser Begriff sogar ganz professionell als „Being Away – Effekt“ bezeichnet. Womit gemeint, ist dass man „weg-von-einer-Welt“ ist, in der man ständig entsprechen muss und dadurch kaum Zeit findet zurück zu sich selbst zu finden. Das „So-sein-dürfen-wie-man-ist“ stellt inzwischen einer der bekanntesten psychologischen Heilwirkungen des Aufenthalts in der Natur dar!

  • Das Kraftfeld Natur öffnet Dein Herz

Was im Körper das Herz „das Tor zur Seele“ ist, ist im Außen die Natur als „das Tor zur allumfassenden Liebe“. (Alfred Zenz Jun.)

Das ist die Essenz, die all meinen Veranstaltungen zugrunde. Und es ist für mich mit Abstand einer der bedeutendsten und – wortwörtlich – berührendsten Faktoren.

Ich teile hier meine Wahrnehmung mit einem der bekanntesten Geomanten und Autoren zu diesem Thema im mitteleuropäischem Raum, Marco Pogacnik.

Er meint, dass die Grundschwingung der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfen rein auf der Gefühls- oder Herzebene angesiedelt ist. Marco Pogacnik bezeichnet sie wunderschön „…als eine Grundschwingung liebender Freude…“

Und wenn Du Dich z.B. von einem alten Baum oder einer Blume berührt fühlst, dann bist Du wahrscheinlich mit den „Natur- oder Elementargeistern“ des Ortes in Kontakt getreten. Und wenn Du Dich bewusst darauf einlässt, wirst Du Dich unweigerlich wieder in Deinem ganzen Wesen spüren und Dein Herz beginnt sich zu öffnen. Es ist wie eine Berührung mit dem Feld der „Liebe“. Und das vermag so einiges aus-zulösen wie auf-zulösen.

Letztendlich ist es die Liebe, die heilt

„Der höchste Grad der Arznei ist die Liebe – Was ist die Hilfe der Arznei anderes als Liebe?“

Diese Aussage stammt nicht etwa von einem Kräuterpfarrer oder spirituellem Lehrer, nein, sie kommt von Philippus Theophrastus Paracelsus, deutscher Arzt und Reformator der Medizin, der im 16. Jahrhundert herum gelebt hat. Er ging davon aus, „…dass der Mensch und seine Liebe die wichtigsten Arzneien für den Menschen seien.“

Paracelsus war zu damaliger Zeit ein hoch erfolgreicher Arzt – noch heute wird er regelmäßig in medizinischen Büchern zitiert.

Das, was Paracelsus damit sagt, ist, dass jedes Lebewesen, sei es eine Katze, ein Baum oder ein Mensch, in Dir diese tiefen Gefühle von Vertrauen, Verbundenheit und Liebe auslösen kann, durch die die eigentliche Heilung geschieht. Vom unmittelbarsten und größten Lebewesen sind wir ständig umgeben – Der Natur.

Rast an der Thaya bei Dobersberg, Niederösterreich

Die Natur als natürliches „Super-Psychopharmaka“

Mit dem was „Das Einatmen der Waldluft“ in unserem Körper bewirkt, in Verbindung mit dem unglaublichen Entspannungs-Effekt, dem Gefühl „SEIN“ zu dürfen und der tiefen Berührung auf der Herzensebene, ist die Natur so etwas wie ein natürliches Super-Psychopharmaka.

Und es wirkt sobald du Deinen Garten, den Park oder nahegelegenen Wald betrittst oder auch nur liebevoll Deine Zimmerpflanze gießt. So gesehen gibt es nichts, was Du tun musst, um in diese heilsame Kommun(ikat)ion zu treten – es geschieht ohnehin von selbst. Das oder der einzige, der Dich manchmal davon abhält das ganze Potential zu empfangen ist – Dein Verstand.

Wie Du damit am besten umgehst und Deinen Natur-Kontakt trotz „lärmender Gedanken“ vertiefen kannst, erfährst Du dann im 3. und letzten Teil dieser Artikelreihe: Die Natur als Coach Teil 3 – Wie Du am besten mit der Natur in Kontakt kommst

Zurück zu Deinen Wurzeln – Zurück zu Dir selbst

Wenn Du den nächsten Waldspaziergang machst, kannst Du ja einmal ganz bewusst die Waldluft mit all ihrer heilsamen Kraft einatmen und das Grün in seinen tausend Schattierungen spürbar auf Dich wirken lassen.

Und wenn Du Deinen Garten betrittst, kannst Du Dich vielleicht jetzt ganz anders auf den Anblick Deiner Gartenblumen erfreuen. Ganz im Wissen, dass sie wie eine energetische „Naturarznei“ auf Dein seelisches Befinden einwirken – jederzeit, wenn Du sie brauchst.

Und wenn Du dann still wirst, kannst Du auch die Berührung auf der Herzebene wahrnehmen. Eine Art liebevolle Lebendigkeit, die alles durchströmt und Dich daran erinnert, dass Du Teil dieses Wunders namens „Schöpfung“ bist.

„Mit der Natur in Berührung zu kommen, bedeutet letztendlich mit Deinem eigenen innersten Wesen in Kontakt zu treten. Und wenn das geschieht, bist Du im Frieden, in Liebe, in Gott.“ (Alfred Zenz Jun.)

Wenn Du den Impuls hast etwas zu teilen, dann freue ich mich sehr über ein Kommentar von Dir!

herzliche Grüße,

Alfred Zenz – Der Seelengärtner

PS:
Im 1. Teil habe ich die tiefe Transformation von Teilnehmern bei meinen Naturseminaren beschrieben, die durch den bewussten Naturkontakt ausgelöst wurden: Die Natur als Coach Teil 1 – Wenn Wunder ganz natürlich geschehen

PPS:
Das nächste Naturseminar findet Anfang September im Waldviertel Nähe Zwettl statt: „Zur Natur Erwachen im Waldviertel“, 01.-03. September

„Wunder sind natürlich, wenn sie nicht eintreten ist etwas schief gelaufen.“
(Aus `Ein Kurs in Wundern`)

Dieser Artikel ist ALLEN Teilnehmern meiner Natur- und Wahrnehmungsseminare gewidmet, im Speziellen dem letzten 4tages-Retreat in Kärnten, das besonders bewegend war. Danke an Euch alle! Ohne Euer Vertrauen, Eure Bereitschaft und Hingabe könnten solche Felder voll Liebe, Herzlichkeit und tiefer Berührtheit nicht entstehen!

Und es ist eine Dankes-Ode an Mutter Erde – die uns trägt, schützt, nährt und liebt – bedingungslos. Für mich ist sie die unmittelbarste Verbindung zu Gott – zu der Kraft, die aller Schöpfung zugrunde liegt. DANKE!
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Es ist ca. 06:20h und die ersten Sonnenstrahlen erfüllen bereits den erhabenen Platz. Wir stehen an einem Berggrat auf einem Kraftplatz und laden uns mit der Energie des „Erdenfeuers“ auf. Es ist ein sehr starker Ort mit unterschiedlich hoch schwingenden Punkten. Ich führe eine Teilnehmerin nach vorne zum stärksten Punkt – es ist meine Frau Diana. Da sie ursprünglich als Assistentin mit dabei ist, entbinde ich sie für diesen Moment aus ihrer Rolle: „Du bist jetzt Teilnehmerin und darfst dich ganz auf die Kraft einlassen.“ Und als ob das ein `Zauberspruch` gewesen ist, startet das einen beeindruckenden Prozess. Nach diesem Erlebnis ist Diana nicht mehr die Gleiche….

Natur ist das was wirkt

Bäume als Kraftspender und Wegbegleiter

Wie wichtig die Natur für die körperliche Gesundheit ist, weiß man heutzutage dank zahlreicher Studien. (Darüber habe ich in meinem Artikel geschrieben: Bäume als Heiler)

Natur macht aber so viel mehr, als nur Deinen Körper dabei zu unterstützen gesund zu bleiben und gut zu funktionieren.
Sie hilft Dir in unglaublicher Direktheit, Kraft und Intensität bei Deinen geistig-seelischen Entwicklungsprozessen, wenn Du nur bereit bist Dich auf dieses „Feld Natur“, einzulassen.

Was eine gelungene Beratungs/Heil/Therapiesitzung ausmacht

„Das Geheimnis der Medizin besteht darin, den Patienten abzulenken, während die Natur sich selber hilft.“
(Voltaire, franz. Philosoph und Schriftsteller 1694 – 1778)

Was glaubst Du hat bei einer klassischen Therapiesitzung den größten Einfluss auf den Veränderungsprozess des Klienten? Ohne lange nachzudenken, sagen die meisten: „Natürlich die Technik bzw. Methode.“

Um herauszufinden, ob das wirklich so ist, hat man dazu ca. 400 (!) verschiedene Beratungs- und Hilfsmodelle untersucht und gelangte zu dem Schluss, dass sie sich in ihren Wirkungen nur äußerst geringfügig unterscheiden – eine Überraschung für viele! Den umfassenden Forschungen zufolge verhält es sich wie folgt:

Geschätzte Anteile am Therapieergebnis

ca. 15% (!) – bestimmte Strategien, Techniken und Methoden

ca. 30% – die Qualität der Beziehung BeraterIn – KlientIn

ca. 15% – positive Erwartung und Zuversicht des Klienten selbst

ca. 40% (!) – das persönliche wie natürliche Umfeld des Klienten mit all seinen Interaktionen und Wirkfaktoren

Geschätzte Anteile am Therapieergebnis (Lambert & Barley, 2002, Norcross, J.C. (2002) Psychotherapy relationships that work. New York: Oxford.)

Für die Naturtherapie sowie für alle Berufe, die in irgendeiner Weise mit Mensch und Natur arbeiten, bedeutet das, dass die natürliche Umgebung – der Wald, der Garten, die Landschaft etc. sowie die zwischenmenschlichen Interaktionen innerhalb einer Gruppe – einen extrem wichtigen Einfluss auf das Geschehen haben, wenn nicht sogar die wesentlichsten Faktoren sind!

Transformierendes Feuer – Die „Drachen“ der Erde

Genau das darf ich nämlich staunend bei meinen Natur-Veranstaltungen immer wieder beobachten – wenn Menschen sich ganz bewusst für dieses Feld öffnen und dadurch unglaubliche Veränderungsprozesse durch und mit der Natur ausgelöst werden.

Teilnehmerstimme vom Naturseminar: „Zur Natur Erwachen in Südkärnten“

„Das vergangene Wochenende war für mich so intensiv bewegend und hat mich berührt auf eine Art und Weise wie ich es nie für möglich gehalten habe. Dass man sich in so kurze Zeit so verbunden mit andere, und auch wieder mit der Natur fühlen kann, hätte ich für ein Gerücht gehalten, hätte ich es nicht selber erlebt.“
 
Astrid, Graz

Kraftort in Südkärnten am Fuße der Karawanken

Die Wahl des Ortes

Ich suche für meine Naturseminare gerne richtige Kraft-Orte aus. Also Plätze in natürlicher Umgebung, wo das Feld Natur mit seinen Energiequalitäten besonders stark vertreten ist.

Was einen Kraftort ausmacht

Ein Kraftort besticht durch seine besondere Lage oder Ausrichtung, ist oft eingebettet in wunderschöne Landschaftsformationen und reich an besonderen kraftspendenden Elementen. Dies können uralte, schöne Bäume, mystische Steinformationen oder bezaubernde Wasserfälle sein. Meist geht dies in Kombination mit den unsichtbaren, geomantischen Phänomenen der Erde wie z.B. Wasseradern, Verwerfungen, Erdmagnetfelder oder Feuerlinien.

Feuerlinien – Die „Drachen“ der Erde

Feuerlinien sind Kraftlinien im Erdreich (ähnlich einer Wasserader) deren Energie extrem vitalisierend und belebend wirkt und die dem Element Feuer zugeordnet ist. Da sie sich meist wie ein feuriges Energieband durch die Landschaft schlängelt, sagt man dazu auch „Drachenlinie“. Vermutlich waren diese Erdkräfte die „Drachen“, die unsere keltisch-germanischen Vorfahren „sehen“ und wahrnehmen konnten.

Wie Du die Kraft der Erde für Dein „Seelenheil“ nutzt

An einem Kraftort in der Natur gibt es für Dich unzählige Möglichkeiten mit Kräften, Wesen und Energien in Kontakt zu treten. Genauer gesagt geschieht dies ohnehin von selbst, ohne Dein Zutun. Vor allem, wenn Du gerade durch einen persönlichen Prozess gehst, können Dir bestimmte Plätze und Energien unterschiedlich dabei behilflich sein. Und eines ist sicher: Deine Intuition führt Dich genau an die Stelle, die Du für Dein persönliches Wachstum gerade am nötigsten brauchst!

Kraftorte in der Natur

So können z.B. Wasseradern je nachdem ob links- oder rechtsdrehend eher beruhigend oder belebend wirken. Linksdrehend können sie regelrechte Entlade-Stationen sein um z.B. Altes loszulassen und innere Anspannung zu reduzieren.

In Verbindung mit Baum-Energien kann das dann schon mal recht intensiv und überraschend sein, was da so in Bewegung kommt 🙂

Eine Geschichte, die sich beim letzten Naturseminar ereignete, illustriert das sehr gut.

Claudia, die Phönix aus der Asche

Ich machte mit den Teilnehmern u.a. eine Übung, wo sie sich mit der Energie der Esche aufladen sollten, um dann zielstrebig zu einem „Kraftpunkt“ in der Umgebung zu gehen. Die Hohe Esche steht für Sonnenfeuer, Zielstrebigkeit und Antriebskraft.

Als jeder ausgeschwärmt ist, gehe ich so von Platz zu Platz um zu sehen, wie es jeden geht, bis ich zu Claudia komme, die sich einen Platz auf einer sehr starken, linksdrehenden Wasserader ausgesucht hat.

Ich kam dort an und sie stand dort halb nackt, völlig losgelöst und war völlig bleich, weiß, sogar ihre Haare schienen grau zu sein und ihre Nasenspitze war blau. „Oh Gott!“ dachte ich, „was ist da nur passiert!!?? Kreislaufkollaps, ausgesaugt, Notfall….?!?“. Entschieden sagte ich: „Claudia, du musst sofort zu einem Platz, der dich wieder richtig aufladet! sofort!“

Claudia entgegnete mit einem entspannten Lächeln: „Ach, mir geht es gut hier. Ich möchte noch ein bißchen länger bleiben.“ Und sie drehte sich wieder um. Am Boden vor ihr war ein großer Aschenhaufen, den ich vorher nicht sehen konnte. Und darin begann sie weiter drinnen zu wühlen und sich mit Asche zu bedecken.

„Gott sei Dank!“ Mir fiel ein Stein vom Herzen! Dann war das alles nur Asche mit der sie sich wonnevoll einrieb. Für sie war das eine Art Reinigung, die ihr zusammen mit der „Entlade-Station“ dabei half, sich von alten Energien zu entledigen. Und es geschah in solcher Intensität, Hingabe und Leidenschaft, dass es einfach nur ein Geschenk war bei diesem „Wunder“ mit dabei sein zu dürfen – Danke!

Teilnehmerstimme von Claudia „Zur Natur Erwachen in Südkärnten“:

„…Wie „die Phönix aus der Asche und mit dem Seidelbast als Pflanzengeist und der Eschenenergie habe ich mich auf den Weg zurück gemacht. Ich kann nur sagen: „Es wirkt“!!!!

Nähern der Esche mit offenen Herzen still
voller Vertrauen und weiß was ich will

Klarheit, Ziel und Männlichkeit empfängt mich
Weiblichkeit und Sinnlichkeit spiegelt sich

Zulassen auf allen Ebenen
sich voll uns ganz begegnen

Reinigung von Körper und Geist
mit der Asche die Sinne bereist

Bin ich bereit für alles Neue im Hier
und dafür Danke ich der Natur und Dir! Lieber Alfred! DANKE!!!

Alles liebe, Claudia (die Phönix aus der Asche :-)“

Was für diese Tage in Kärnten so bewegend machte, war ganz sicher das Zusammenspiel all dieser Energien in all ihrer Vielfalt, Lebendigkeit und Wesenserscheinung und wie jeder einzelne mit ihnen auf seine Art und Weise in Kontakt ging.

Für mich war aber mit Abstand eines der intensivsten Ereignisse die Kraft des „Drachenfeuers“, das wir alle gemeinsam erleben durften. Diese Feuerkraft der Erde war so stark, dass alles in Bewegung kam und sich transformierte. Hier blieb kein Stein mehr auf dem anderen.

Zusammensitzen am Lagerfeuer – singen, tanzen, trommeln, Geschichten erzählen

Zurück am Berg auf dem Rücken des „Drachens“

….So beobachte ich aus einiger Entfernung, wie sich Diana krümmt, stöhnt und breitbeinig immer wieder in die Knie geht. Irgendwann stößt sie einen heftigen und schmerzerfüllten Schrei aus, der in den Weiten der Bergwälder verhallt. Sie sackt schließlich schluchzend zu Boden. Einen Impuls folgend gehe ich zu ihr nach vorne und umarme sie – es war der richtige Impuls und wir umarmen uns innig. Zusammen verweilen wir an diesem Punkt für eine scheinbare Ewigkeit.

Nachher erzählte sie mir, dass es so war, als ob sie ein Kind geboren hätte – ein „Drachenbaby“, wie sie es liebevoll nannte, und das sofort wieder von der Erde aufgenommen wurde. Ihr kamen die Worte:

„Aus Licht geboren
in Dunkelheit verflossen
schenkst Du Leben
und lässt es ziehen in den Tod.
Gebähren bricht Licht und
Dunkel wird erweckt.“

Diana verlor durch eine Krebserkrankung vor 15 Jahren die Fähigkeit, Kinder zu bekommen. Diese „Drachenenergie“ half ihr dabei, diesen Schmerz zu verarbeiten und zu verwandeln.

Sie geht jetzt mit einer anderen Stärke und Selbstsicherheit durch das Leben. Es ist als ob sie einmal gestorben und in ihrer weiblichen Urkraft neu auferstanden ist. Die Pflanzenwelt ist ihr jetzt so nah wie nie zuvor. Und so wie es aussieht wird sie bald die Heilkraft der Kräuter in Form von Naturkosmetik-Workshops und Duft-Coachings in die Welt bringen. (Duft-Coachings: Du kreierst Dein eigenes Pflanzenparfüm, das Dich bei Deinen inneren Prozessen unterstützt und begleitet)

Die Kraft die aller Schöpfung zugrunde liegt

„Die Natur mit ihren Geschöpfen ist die einzig wahre Religion, die Rückverbindung zu Gott.“ (Bettina Maria Troll)

Unter anderem war es dieses Schauspiel an dem besagten Berggrat, was bei vielen Teilnehmern ihre eigenen Prozesse löste bzw. intensivierte und maßgeblich zu diesem Wunder beitrug, das in diesen 4 Tagen bei so vielen geschehen durfte.

Und es war nichts, was ich als Trainer planen, vorhersehen oder gar kontrollieren hätte können. Es war einfach ein Feld von unglaublichem Vertrauen da, in dem das Leben sich entfalten konnte.

Lange Zeit dachte ich, dass ich als Seminarleiter mit meinen Formaten, Anleitungen und Fragen den bedeutenden Teil beitragen würde.
Doch die Teilnehmer zeigten mir wie unglaublich bedeutender das natürliche Feld ist – die Bäume, die Kraftplätze, die Naturwesen sowie die zwischenmenschlichen Begegnungen untereinander. Sie sind die eigentlichen Trainer, Heiler und Coaches. Und dazu zählt ein mächtiges Erdmagnetfeld genauso wie die Amsel am Baum oder der Tautropfen am Grashalm.

Das Wort `Heilen` bedeutet `wieder ganz machen`. Und ich glaube, nichts kann uns so sehr dabei helfen wieder „ganz“ zu werden, wie die Natur in all ihrer Schönheit, Lebendigkeit und Wesenserscheinung!

Indem Du Dich ganz bewusst mit der Natur verbindest, richtest Du Dich auf die Kraft aus, die aller Schöpfung zugrunde liegt!

Bewusstes Verbinden mit Naturenergien

Ich möchte den Artikel mit dem Auszug eines Feedbacks einer Teilnehmerin vom letzten Naturseminar schließen:

„Was passiert, wenn Menschen unterstützt von den Energien eines magischen Ortes einander wirklich als ihre ureigensten Wesenheiten begegnen?
Was passiert, wenn es dann plötzlich keinen Unterschied macht, wenn mal Prozesse stattfinden oder sich ein Ego meldet, weil es ohnehin gesehen wird und eben auch seinen Platz und seinen Sinn hat?
Was passiert wenn all dies in unfassbarer, unendlicher Herzenwärme und Liebe aufgefangen wird?
Was passiert, wenn Drachenfeuer alles in dir verbrennt, was nicht im ursprünglichsten Sinne du SELBST bist?
Was passiert mit unserer Welt wenn das Denken von „dein“ und „mein“ sich in „sein“ verwandelt?

Gestern früh tanzte ich mit meiner Tochter durch die Küche. Plötzlich blieb sie stehen schaute mich aus riesigen Augen lächelnd an und fragte: „Mama – bist du ein Drache?“ und ich konnte nur antworten „Ja! Ich bin ein Drache!“ Und wenn du mich nun fragst wie spät es ist, kann ich endlich aus tiefstem Herzen antworten: „JETZT.“

Jasmine, Graz Umgebung

In tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung,

Alfred Zenz Jun. – Der Seelengärtner

PS:
Weitere wunderschöne Teilnehmer-Feedbacks findest du HIER

PPS:
Das nächste Naturseminar dieser Art findet Anfang September im mystisch-kraftvollen Waldviertel statt: „Zur Natur Erwachen im Waldviertel“ Info & Anmeldung HIER

PPPS:
Die Natur als Coach Teil 2 – Warum die Natur so wirksam für Dein Seelenheil ist: Im zweiten Teil erfährst Du WARUM das Natur-Feld so heilsam auf Dein geistig-seelisches Befinden wirkt.

An besonders „alten“, energiegeladenen Orten in der Natur kannst Du manchmal beeindruckende, alte Bäume finden. Und gerade dann, wenn Du nicht genau hinschaust, siehst Du aus dem Augenwinkel heraus plötzlich, wie Dich ein fantastisches Gesicht anblickt! Als ob ein Naturwesen plötzlich sichtbar wird…

Die Natur dient nicht nur der Erholung und Regeneration. Für eine ganz spezielle Gruppe von Menschen ist sie einer der wenigen Orte, wo sie sich den Raum geben können, den sie sich im Alltagsgeschehen oftmals nicht zugestehen. Einen Raum, wo alle Empfindsamkeit, alles feine Spüren und Wahrnehmen seinen Platz hat – hier darf ich sein, wie ich bin!

Dieser Artikel ist allen hochsensiblen Menschen gewidmet sowie denen, die diese „über-empfindlichen Wesen“ gerne besser verstehen lernen wollen.

Wenn der Urlaub zur Tortur wird

Weißer Sandstrand, türkisfarbenes Meer und die Wärme der tropischen Sonne – einfach herrlich! Wir verbringen unseren Winterurlaub auf einer Insel in Südostasien und genießen den paradiesischen Ausblick aus unserem Bungalow. Ruhe, Ausspannen und einen erholsamen Schlaf. Ja, richtig gut schlafen – Wo, wenn nicht hier!?

Wir legen uns angenehm erschöpft ins Bett, um vom nächtlichen Meeresrauschen behutsam ins Land der Träume getragen zu werden – …schön wärs.
Es vergehen keine 5 Minuten und uns springen die Augen auf – wir sind hellwach. Tief und erholsam schlafen? – unmöglich!

Das Symptom ist uns nicht unbekannt. Auf einen Verdacht hin schaltet meine Partnerin Diana ihr I-Pad an: voller W-LAN Ausschlag! – Hochfrequenzstrahlung, auf die wir empfindlich reagieren. Damit aber nicht genug, beginnen mitten in der Nacht direkt neben unserem Bungalow die Hunde zu bellen. Das bißchen Schlaf, was uns im Morgengrauen noch bleibt wird von den lärmenden Motorrädern unterbrochen, die unmittelbar hinter unserem Bungalow ihre Bahnen ziehen – uff!

Als wir am nächsten Morgen die anderen Urlauber nach ihrem nächtlichen Befinden fragen, kommt durchwegs die Antwort: „I had a good sleep!“ („Ich hatte einen guten Schlaf!“) Bellende Hunde? – ach ja, was soll´s! Lärmende Motorräder? – welche Motorräder? Das mit dem W-LAN erwähnen wir erst gar nicht, weil wir aus Erfahrung wissen, dass wir dann für komplett verrückt gehalten werden.

Stellt sich die Frage: Sind wir verrückt, einfach nur übertrieben empfindlich oder gar von einem andern Planeten?

Die Welt der hochsensiblen Personen

Es dauerte beinahe Jahrzehnte bis wir herausfanden, dass wir zu einer Gruppe von Menschen gehören, die als „hochsensibel“ gelten. Es gibt dafür sogar eine eigene Bezeichnung: „Hochsensible Person“, oft kurz „HSP“. Das Kürzel „HSP“ kommt aus dem Englischen und steht dort für „Highly Sensitive Person“. Ein Begriff, der 1996 von Dr. Elaine Aron geprägt wurde und seither von vielen Psychologen, Therapeuten und Neurologen aufgegriffen wird.

„Hochsensibilität ist ein Phänomen, bei dem Betroffene stärker als der Durchschnitt auf Reize reagieren, diese viel eingehender wahrnehmen und verarbeiten.“ (Wikipedia, Hochsensibilität)

Hochsensible Menschen haben Wahrnehmungen und Begabungen aber auch Bedürfnisse und Schwächen, die sie vom Großteil der Bevölkerung unterscheiden.

Hochsensibilität kann sich auf alle Sinne beziehen und zeigt sich oft in Form von intensiverem, ungefiltertem Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Das kann sich vielfältigst ausdrücken wie z.B.:

  • eine vertiefende Wahrnehmung der Umwelt – wie z.B. die Qualität bestimmter Tagesenergien oder eine ausgeprägte Wetterfühligkeit
    Hochsensibilität - Erwache zum Potential Deiner Wahrnehmung

    Blütenknospe der Lotosblume

  • ein äußerst feines Gespür für gesunde und ungesunde Nahrungsmittel
  • eine hohe Empfänglichkeit für die Stimmungen anderer Menschen
  • ein intensiveres Erleben von z.B. Liebe und Trauer
  • ein überdurchschnittlich großes Schmerzempfinden
  • ein überaus hohes Bedürfnis nach Harmonie
  • und oft auch in Form eines ausgeprägten „sechsten“ oder „siebten“ Sinnes (der sich beispielsweise in besonderer Empathie oder auch als „Hellfühligkeit, Hellsichtigkeit“ zeigen kann)

Hochsensible Menschen sind in der Minderzahl, aber es gibt weit mehr davon als viele von ihnen glauben mögen – das belegen Studien.

Der Belastungstest von Ivan Pawlow

Ivan Pawlow, ein russischer Physiologe der Jahrhundertwende ist vor allem für seine Entdeckung der „Klassischen Konditionierung“ bekannt, für die er 1904 den Nobelpreis erhielt. Du kennst sicherlich den Begriff „der Pawlow´sche Hund“.

Was wenige wissen ist, dass er sich auch mit der Empfindsamkeit von Menschen befasste. Er führte ein Experiment durch, um herauszufinden, wie schnell ein Mensch bei Überstimulation „dicht macht“. Dazu setzte Pawlow seine Versuchspersonen extremen Lärm aus.

Wie erwartet, gab es jetzt natürlich Menschen die mehr Lärm vertragen und solche, die nur wenig aushalten. Verblüffend war aber Folgendes:

  • 15-20% der Versuchspersonen erreichten den Punkt der Überstimulation sehr schnell
  • …….danach kam lange nichts mehr, bevor schließlich die weniger empfindlichen Personen einer nach dem anderen „dicht machte“

Also dann, wenn es für HSP schon längst nicht mehr auszuhalten ist, beginnt es erst den anderen zu viel zu werden!

 

Belastungstest nach Ivan Pawlow

Hochsensibilität - Erwache zum Potential Deiner WahrnehmungFazit:
Das Nervensystem jener Gruppe, die den Punkt des Zusammenbruchs am schnellsten erreicht, unterscheidet sich nach Ansicht von Pawlow fundamental von der anderen Gruppe. Er begründete das vor allem darin, dass er keinen fließenden Übergang zwischen den beiden Gruppen sehen konnte. Für ihn waren die „Hochsensiblen“ ein eigener, besonderer Menschenschlag, die mit einem Anteil von ca. 20% in der Bevölkerung vertreten waren. Das heißt: von 10 Menschen sind im Schnitt 1-2 hochsensibel.

Wie Du erkennst, ob Du hochsensibel bist

Es gibt einige Tests, die Du machen kannst, um Deine Art von Empfindlichkeit zu überprüfen. Einen findest du z.B. hier: Hochsensibel-Test

Wenn Du Dich aber grundsätzlich in einigen der folgenden Dinge wiederfinden kannst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du eine hochsensible Person bist:

  • wenn für Dich manchmal das Essen im Restaurant versalzen schmeckt, während es „alle anderen“ für gut gewürzt empfinden
  • das Aufheulen eines Motorrads Dir die Haare zu Berge stehen lässt
  • Du es kaum durch die Parfümerieabteilung eines Kaufhauses schaffst, weil Dir übel wird
  • Du überempfindlich auf bestimmte Stimulantien wie z.B. Kaffee oder Alkohol reagierst
  • Deine Unterwäsche kaum tragen kannst, wenn sie mal mit dem „falschen“ Waschmittel gewaschen wurde
  • Du die Stimmungen anderer Menschen in Deiner Umgebung erfaßt, noch bevor sie selbst es überhaupt wissen
  • Du an gewissen Plätzen schlaflose Nächte verbringst, weil die Strahlung im Zimmer zu hoch ist (W-LAN, DECT-Telefon, Handymasten etc.)
  • oder das Gefühl hast „Energien“ oder „Schwingungen“ wahrzunehmen, die physikalisch nicht meßbar sind bzw. wo andere einfach nichts „spüren“

Zudem kann es sein, dass Du ein ausgeprägtes Interesse an einer Vielzahl von Dingen hast und zusätzlich großes Talent darin zeigst diese auszuüben. Wenn das vorkommt redet man auch von einer gewissen Hochbegabung und/oder Scannerpersönlichkeit. Meine Partnerin Diana Grabowski hat sich beispielsweise auf solche „Ideenhelden“, wie sie sie nennt, spezialisiert und hilft ihnen dabei ihre vielseitigen Begabungen zum Beruf zu machen. mehr auf: www.ideenhelden.com

Wie Du mit Deiner Hochsensibilität umgehst

Kleinkindkörper

Der zarte „Kleinkindkörper“

Wenn Du Dich als HSP erkannt hast, gibt es ein paar wichtige Dinge, auf die Du achten kannst, um für Dich und Deine Umwelt einen guten Umgang zu finden. Georg Parlow vergleicht in seinem Buch „Zart besaitet“ (link zu Buch siehe unten), die Hochsensibilität mit einer Art „Kleinkindkörper“, der manchmal frustrierend leicht zu überlasten ist und das noch dazu mit oft lächerlich scheinenden Kleinigkeiten. Da reicht z.B. schon der Zigarettenrauch vom Nachbarn, eine im Hintergrund dudelnde Radiowerbung oder ein abschätziger Blick vom Arbeitskollegen aus, um emotional an seine Grenzen zu kommen.

Was Du für Dich tun kannst

Deinen „Kleinkindkörper“ mit seinem hochsensiblen Nervensystem behandelst du am besten so, wie ein liebevoller Elternteil sein kleines Kind behandelt.

  • Schenke Dir selbst die Liebe und Wertschätzung, die Du Dir von der Welt wünschst

Anstatt Härte bringst Du Dir selbst Verständnis und Fürsorge entgegen – kein anderer kann das für Dich tun. In dem Moment, wo Du Deine Überempfindlichkeit annimmst, offenbart sich das Geschenk, das ihr innewohnt. Das ist Selbstliebe.

  • Sei achtsam und verständnisvoll für Deine Bedürfnisse

Oft neigen wir Hochsensiblen dazu, die Situation einfach zu „ertragen“ und meinen „durchbeißen“ zu müssen. Oft endet das ganze in Frust, Gereiztheit bis hin zum Selbsthass. Hier gilt es darauf zu achten, das brennende Bedürfnis früh genug zu erkennen und rechtzeitig einzulenken!

Meine liebe Partnerin Diana braucht z.B. ihre regelmäßigen Mahlzeiten. Sobald sie über den Punkt ist, wird´s emotional kritisch. Es gibt für dieses Phänomen sogar das englische Wort: „Hangry“ – also „hungry“ für hungrig und „angry“ für wütend (oder auf gut steirisch „grantig“). Inzwischen weiß sie gut damit umzugehen und sorgt rechtzeitig und zum Wohle aller Betroffenen dafür, dass sie zu ihrer Nahrung kommt 🙂 Das ist dann Selbstverantwortung.

  • Verbringe Zeit in der Natur

    Alfred Zenz Jun. mit Wasserfall

    Natur beruhigt, Wasserfall in Südvietnam

Die Natur ist einer der unmittelbarsten Zugänge, um mit deinem „zarten Sein“ in Kontakt zu kommen. Hier darfst Du so sein wie Du bist! Dieses „Angenommen-Sein“ bzw. „So-sein-dürfen-wie-man-ist“ wird in der Psychologie inzwischen als „Being Away“-Effekt („Weg-Sein“) beschrieben. Es ist die Freiheit, nicht kontrolliert und nicht beurteilt zu werden und nichts und niemandem entsprechen zu müssen.

(Mehr darüber, wie ein Naturaufenthalt emotionalen Stress senkt, Deine Abwehrkräfte erhöht und Deine Gehirnwellen positiv beeinflusst, findest Du in meinem Artikel:  Bäume als Heiler)

 

Vom Fluch zum Segen – Wie es mir erging

Zu einer Zeit, als ich meine eigene Empfindsamkeit weder erkennen noch akzeptieren konnte, zweifelte ich regelmäßig an meiner Wahrnehmungsfähigkeit. In dieser Zeit litt ich oft unter der Annahme „Ich sei anders als die meisten anderen“, in dem Sinne, dass „Ich nicht ganz richtig bzw. ganz normal“ bin und somit auch „nicht gut genug“ .

Wenn ich z.B. meinte, eine Unstimmigkeit wahrzunehmen, und mein Gegenüber das vehement verneinte, war ich letztendlich immer davon überzeugt, dass das Problem alleine bei mir lag und ich mir die Dinge alle nur „einbilde“. Besonders krass war das natürlich bei allen „übersinnlichen“ Wahrnehmungen – also alles, was nicht nachweisbar ist. Ich verlor schließlich das Vertrauen in das, was ich meinte zu spüren. So war ich abhängig von den Meinungen anderer Menschen und „verloren in der Welt da draußen“.

Dieses Erleben und die Tatsache, dass ich für viele Jahre lang nicht meinem Herzensweg folgte, ließ mich tiefen, seelischen Schmerz erleiden – ich fühlte mich oft „auf dem falschen Planeten“ und wollte nur „wieder nach Hause“. Oft wünschte ich mir so sehr vom Außen das zu erhalten, was ich mir selbst nicht geben konnte – Vertrauen in mir selbst.

Erst als ich durch zahlreiche Selbsterfahrungs-Prozesse mein Selbst-Vertrauen wiederfand und den Mut hatte meiner Berufung zu folgen, kam auch das Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung wieder zurück.

Heute weiß ich vor allem eins: Hochsensibilität ist eine Gabe, ein Potential, das es zu leben gilt!

(Im Blogartikel „Wie ich zum Seelengärtner geboren wurde“ findest Du dazu meine persönliche Heldenreise)

Diana Grabowski

Hochsensibilität ist ein Potential, das es zu leben gilt! (im Bild: Diana Grabowksi, Java, Indonesien)

Erwache zum Potential Deiner Wahrnehmung!

Ich glaube, dass viele Hochsensible Personen über ihre Empfindsamkeit nicht Bescheid wissen und ihre Eigenheiten eher als Schwäche und lästige „Macken“ ansehen anstatt ihre innewohnende Stärke zu erkennen.

Für mich ist Hochsensibilität inzwischen eine große Gabe, die mir vor allem eines ermöglicht: das mit der Welt zu teilen, wofür ich das Gefühl habe hier zu sein!

Gerade meine Empathiefähigkeit, meine ausgeprägte Intuition, meine feine Wahrnehmung von Energien und Schwingungen, meine „Hellfühligkeit“ – all das hat jetzt seinen Raum. Nichts ist mir mehr dabei dienlich, wenn es darum geht, Menschen die innewohnende Kraft und Schönheit der Natur zugänglich zu machen. Nichts lässt mich besser erkennen, was es gerade braucht, damit Menschen wieder in ihre Kraft und Mitte finden.

Hochsensibilität mit einem offenen Herzen und einem Grad an Bewusstheit kann ein riesiges Geschenk für Dich und andere Menschen sein! Und nirgends besser als in der Natur, kannst Du dieses Potential Deiner Empfindsamkeit und Wahrnehmung besser entwickeln – sie hilft Dir zu Deiner eigenen Natur zu erwachen!

Ich bin zutiefst davon überzeugt: Deine Hochsensibilität mit all Deinen Talenten und Fähigkeiten ist die Aufforderungen des Lebens an Dich dieses „Talent“ mit Deinem ganz persönlichen Ausdruck in die Welt zu bringen. Das ist Dein Licht, Dein Bewusstsein, das Du in die Welt trägst! Du hast diese Veranlagung – L(I)EBE SIE!

„Frage nicht, was die Welt braucht, frage Dich, was Dich lebendig werden läßt und dann tue es. Denn was die Welt braucht sind Menschen, die lebendig sind.“ (Howard Thurman)

Ich freue mich auf Dein Kommentar!

herzliche Grüße,

Alfred Zenz – Der Seelengärtner

PS:

Weiterführende links:

Aufgrund seines knoblauch-aromatischen Geschmacks ist er ein begehrtes „Wildgemüse“. Und obwohl er so gerne und viel gesammelt wird, gehört er doch zu den Wildkräutern, die mit gewissen Giftpflanzen wie dem Aronstab leicht verwechselbar sind. Was einem „Bärlauchprofi“ unmöglich erscheint kann für manch einem Bärlauch-Laien zum Verhängnis werden.

Der Huflattich ist eines der ältesten und ursprünglichsten Hustenmittel unseres Kulturkreises. Seine Blüten im Frühling sind zugleich ein leckeres Wildgemüse und lassen sich leicht und eindeutig erkennen.

Schneeglöckchen

(botanisch: Galanthus nivalis)

Ich spaziere durch den lichtdurchfluteten Frühlingswald. Tief atme ich die klare, frische Luft ein und setze behutsam einen Schritt vor dem anderen, um ja kein Pflänzchen zu zertreten. Ich bin inmitten eines blühenden Schneeglöckchen-Teppichs bestehend aus tausenden von zarten, kleinen, weißen Blüten. Wie unglaublich ergreifend und friedlich ist dieser Anblick! Verzaubert von der anmutigen Schönheit dieses ersten Frühlingsboten, lege ich mich auf eine freie Stelle am feuchten Boden mit Blick in die Baumkronen und genieße es einfach zu Sein.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, dem beim Anblick des Schneeglöckchens warm ums Herz wird. Ist es doch gemeinsam mit der Frühlingsprimel ein erster „Lichtblick“ nach der kalten Winterzeit.

Warum diese kleine Blume so sehr unser Herz berührt und welcher Pflanzengeist ihr innewohnt, davon will ich Dir aus eigener Erfahrung erzählen.

Würde das Pflanzenwesen durch mich sprechen, was hätte es zu sagen?

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

„Drei Welten sind in mir vereint, drei Sphären Licht, das durch mich scheint. Was mich bestrebt auf Erden hier zu weilen, ist der Wunsch nach Einheit – die Vollkommenheit mit Milliarden anderer Wesen hier zu teilen. Ich geb dir Boden unter deinen Füssen und doch entziehe ich dir jeden Schein. Ich lass die Erde von dir grüßen und bin für einen Augenblick der Ewigkeit ganz Dein.

Vereint, verbunden, ewig liebend, zeig ich dir mein Antlitz, dass sich tief verborgen aus der dunklen Erde schmiegend. Ich lass dich sehen, dass Größe auch im Kleinsten weilt und das das Zarte jeden Widerstand vereint. So verweile in Bescheidenheit, im Glanz der Stille deines Seins. Dann spürst du keine Eitelkeit, keinen Drang zu tun, zu leben wozu du nicht bereit.

Sei behutsam, was dir vom Leben ist geschenkt, sei bedacht darauf, dass Du ganz achtsam wirst gelenkt. Von einer Schöpferkraft die jenseits allem Schein, dich durch alle Welten trägt in dem steten Wissen – Du bist nicht allein. Und wenn du meinst, es ist besonders schwer, besonders dunkel und du willst nicht mehr, dann gebe ich dir die Klarheit einfach zu vertrauen, und mit liebevollem Blick auf dein eignes Wesen hinzuschauen.

Ich stehe für des Lebens Einheit, für die Zartheit, die tief in dir entspringt. Ich gebe dir unendlich Freiheit, auch wenn die Ewigkeit dir stetig durch die Finger rinnt.
Und so, wie ich bin ein Frühlingsbote, als Ausdruck einer einzigen großen Liebe, bist auch du wie eine einzelne Note, ohne die die Symphonie der Welt doch unvollendet bliebe.“

Meine Begegnung mit dem Pflanzengeist

Unmittelbar als ich mit dem Schneeglöckchen in Kontakt kam, sah ich vor meinem inneren Auge einen weißen Schleier, der zu einem jungen Mädchen gehörte, das auf einem Pferd ritt. Aber nicht irgendwo auf Erden, sondern es war eher wie ein „Himmelsritt“ durch luftige Höhen. Wie von einem Sog mitgerissen folgte ich ihr durch diese fantastische Welt. Ich konnte kaum Luft holen, da verwandelte sich das ganze Bild zu einer Steppenlandschaft mit braunem Gras und Bergen am Horizont. Es war ein irrsinnig kraftvoller Ritt und doch von unbeschreiblicher Leichtigkeit und Behändigkeit. Und bevor ich mich versah, waren wir plötzlich winzig klein und befanden uns am feuchten, dunklen Erdboden eines Waldes. Ich war umringt von baumhohen Schneeglöckchen, die ihre saftig grünen Stengel mit den weißen Blüten kraftvoll himmelwärts reckten. Und mir ward, als ob ich plötzlich in den Boden hineinsehen konnte und mich tausende glitzernde Kristalle, wie Diamanten, aus dem dunklen Herz der Erde heraus anstrahlten. Absolute Stille – und ein kleines zartes, elfenartiges Wesen, das mir seine Hand entgegenstreckte und einen dieser glasklaren Kristalle schenkte. Ich nahm ihn zu meinem Herzen und alles um mich herum erstrahlte in gleisend hellem Licht. Das letzte, an was ich mich erinnern konnte, war eine Art Zauberstab mit dem das Wesen meine Stirn berührte und sich auch diese Welt in Nichts auflöste…..um mich hier sitzend auf der Bank im Garten wiederzufinden. In tiefer Stille gehüllt und mit einem unsagbar schönem Gefühl inneren Friedens, der aus der Mitte meines Herzens wie ein Kristall zu leuchten schien.

Was das Schneeglöckchen für Dich tun kann

Auf der geistig-seelischen Ebene

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

  • Es fördert Deine Selbstliebe und Selbstakzeptanz

    Das Schneeglöckchen bringt Dich in Berührung mit Deinem eigenen „zarten Sein“. Alles wird feiner, spürbarer, wacher. Alle Sinneswahrnehmungen werden klarer, als ob plötzlich ein Lärm aufhört und Du Dir der Stille gewahr wirst, die da ist. Du spürst Dich wieder in all der Leichtigkeit und Zartheit, die Dir innewohnt und kannst diese als kraftvolle Qualität jenseits aller Schwäche in Dir wahrnehmen und schätzen lernen.

  • Es bringt Dich in Berührung mit Deinem „Inneren Kind“

    Des Schneeglöckchens Zartheit in Verbindung mit seiner „luftigen“ und leichten Energiequalität bringt Dich in Kontakt mit Deinem „Inneren Kind“. Da es gleichzeitig das Herz öffnet, ist es leicht, diesen „zarten Teil“ von Dir mit Liebe und Verständnis zu begegnen. Es ist wie, als ob Du mit sanftem Blick auf Dein „Inneres Kind“ schaust und ihm die Freiheit gewährst zu Sein – mit all der Phantasie, der Lebensfreude und all seinen „Macken“.

  • Es klärt Deinen Blick für das Wesentliche

    Mit der Energie des Schneeglöckchens ist nicht mehr alles so wie es scheint. Es klärt den Blick für eine ganzheitlichere Betrachtungsweise. Mit seinen 3 + 3 Blütenblättern versinnbildlicht es die heilige Dreieinigkeit des Lebens wie Körper-Geist-Seele oder, christlich gesprochen, Vater-Sohn-Heiliger Geist. Es zeigt, dass das Göttliche gerade im Kleinen, in den für uns oft unscheinbaren Dingen verborgen liegt. So wie das Schneeglöckchen selbst klein und unscheinbar ist und doch unsere Herzen berührt.

„Das was uns berührt, ist niemals die Form selbst, sondern immer das Leben, das ihr innewohnt.“ (Alfred Zenz Jun.)

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Blütenkrone aus 3+3 Blütenblättern

  • Es vermittelt Leichtigkeit und Lebensfreude

    Es ist nicht nur ein Lichtblick am Ende eines kalten Winters, sondern auch die Blume, die „schweren Stimmungen“ Flügel verleiht.

So ist das Schneeglöckchen ein kraftvoller Begleiter für alle, die sich zu sehr in der „Welt da draußen“ verloren haben und sich schwer tun, wieder zurück in ihre Mitte zu finden. Gerade die Menschen, die als hochempfindlich gelten verschließen oft aus einem Schutzbedürfnis heraus ihr Herz vor der Welt und/oder sehen ihre hochsensiblen Veranlagungen eher als Schwäche oder lästige „Macken“.

 

Als ich diesen Artikel schrieb, war ich gleichzeitig mit einem Artikel über eben diese hochsensiblen Menschen beschäftigt. Als ich mit dem Schneeglöckchen in Kontakt kam, war mir klar, was diese beiden Themen gemeinsam haben.

Wenn Du zu dieser Menschengruppe gehörst, hilft Dir das Schneeglöckchen dabei diese „Gaben“ anzunehmen und Dich dafür zu lieben anstatt zu verurteilen. Das sind dann „die glitzernden Kristalle, die wie Diamanten, aus dem dunklen Herz der Erde heraus strahlen.“ Es sind in Wirklichkeit Gaben, die es zu leben gilt. (Der Artikel über Hochsensibilität erscheint Mitte März)

Auf der körperlichen Ebene

Achtung! Das Schneeglöckchen ist giftig!
Keine Selbstanwendung!

Die dem Schneeglöckchen innewohnenden Wirkstoffe erhöhen die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung. In der Medizin findet es daher Anwendung bei mittelgradiger Demenz von Alzheimer-Patienten.

Wie Du das Schneeglöckchen für Dich nutzen kannst

  • In der bewussten Begegnung (Meditation)

    Wenn Du besonders aufmerksam durch einen Wald oder Garten gehst, der jetzt im Frühling mit Schneeglöckchen übersät ist, wirst Du automatisch von seiner Energie eingehüllt. Dann kannst Du Dich ganz bewusst von seinem Geist berühren lassen.

  • homoöpathisch

    …findet es als Herzmittel Verwendung

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Ein Teppich aus Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) in einem Auwald in Mureck (Südsteiermark)

Wo es wächst

Du findest das Schneeglöckchen z.B. in durchwachsenen Gärten unter Bäumen oder Sträuchern. Wild kommt es oft als blühender Teppich in so manchen Auwäldern vor. Falls Du bei der Wildkräuterwanderung am 31. März in Mureck dabei bist – das ist einer dieser „Grünen Kathedralen“ 🙂

Als ich ein Kind war, durfte ich jedes Jahr gemeinsam mit meinem Vater in seinem Alpengarten die Zwiebeln verschiedener Schneeglöckchenarten pflanzen. Als es Frühling wurde, schaute ich gespannt, ob sie schon irgendwo aus dem Boden „herausspitzen“ und war dann freudig fasziniert, wenn ich welche entdecken konnte. Für mich war es wie der erste Feentanz im Frühling 🙂 Seit dieser Zeit berührt dieses kleine Pflänzchen mein Herz und ich denke, das tut es bei sehr vielen Menschen.

Vielleicht hilft ja auch Dir das Schneeglöckchen Zugang zu Deinem eigenen „zarten Wesen“ zu finden und Dein „Inneres Kind“ mit all der Lebensfreude am Sein in die Welt zu tragen!

Ich freue mich auf Dein Kommentar!

herzliche Grüße,

Alfred Zenz – Der Seelengärtner

Auf den Spuren von Indiana Jones

Wie mächtige, lebendige Säulen ragen sie turmhoch in den Himmel. Ihre z.T. baumstammdicken Wurzeln haben die jahrtausendealten Bauwerke fest im Griff. Fast scheint es so, als ob die massiven Steinmauern als Substrat für diese Urwaldriesen dienen. Was für eine Erhabenheit, was für eine Kraft, die sich vor meinen Augen entfaltet und eine Atmosphäre schafft, die mit Worten nicht zu beschreiben ist!

Überwältigt von dieser Energie hier laufe ich wie von der Tarantel gestochen kreuz und quer durch die Tempelanlage und beklettere alles was möglich ist. Für die chinesischen Gruppen bin ich anscheinend ein gefundenes Fotomotiv und ich höre, wie eine Dame ruft: „Indiana Jones!“

Ich befinde mich hier in Kambodscha in einem verwachsenen Dschungeltempel, der Teil eines der berühmtesten Bauwerke dieser Erde ist: den Tempelanlagen von Angkor – laut Archeologen die seinerzeit flächenmäßig wohl größte Stadt auf dem Planeten!

Alfred Zenz Jun. im Dschungeltempel Beng Mealea nördlich von Angkor, Kambodscha

Alfred Zenz Jun. im Dschungeltempel Beng Mealea nördlich von Angkor, Kambodscha

Eine Dschungelstadt erwacht zum Leben

Als der portugiesische Kapuziner Antonio da Magdalena 1586 nach Angkor kam, beschrieb er das Vorgefundene „als so außergewöhnlich, dass man es weder mit einem Stift beschreiben, noch mit einem anderen Monument in der Welt vergleichen kann.“
Der Botaniker Henri Mohout machte letztendlich die vom Dschungel überwachsene Tempelstadt im Jahr 1860 weltbekannt und holte sie aus ihrem Dornröschenschlaf. 1992 wurde Angkor als eine Art „Weltwunder“ zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Heute sind die Tempel von Angkor DAS Highlight eines jeden Kambodscha-Besuches und strahlen eine derartige Anziehung aus, dass jährlich geschätzte 5 Millionen Besucher ihrer Faszination erliegen!

Zeugnis einer einzigartigen Hochkultur

Angkor war einst das Herz des mächtigen Khmer-Reiches, das sich vom 09. bis 13. Jahrhundert in Indochina ausdehnte. Die Herrscher dieser Epoche sahen sich selbst als Gott-Könige und bezeugten ihre Macht im Außen mit imposanten Tempelbauten. Es war eine Hochkultur, die nicht nur architektonische Meisterleistungen vollbrachte sondern auch das ausgefeilteste Bewässerungssystem der damaligen Zeit schuf. Es stellte drei Reisernten pro Jahr sicherund ermöglichte die Ernährung einer Großstadt mit geschätzten 1 Mio. Einwohnern.

Der Dschungeltempel Ta Prohm. Kulisse für den Film "Tomb Raider"

Der Dschungeltempel Ta Prohm. Kulisse für den Film „Tomb Raider“

Eine so erfolgreiche, wohlorganisierte Zivilisation hat es wohl zu dieser Zeit nirgends wo sonst auf der Welt gegeben. Experten vermuten, dass im Königreich Angkor an seinem Höhepunkt bis zu einer Million Menschen auf etwa 1000km² gelebt haben. (im Vergleich: Berlin ist knappe 900km2 groß).

Nun gut, aber was hat nun dieser Ort, dass er Menschen derartig in seinen Bann zieht und welche Rolle spielen die Bäume darin?

 

Wenn aus Ruinen Grüne Kathedralen werden

Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die ersten französischen Restauratoren und Architekten die Tempel von Angkor zu restaurieren und vom Dschungel zubefreien. Dabei beschlossen sie einen Tempel in dem Zustand zu belassen, in dem sie ihn vorfanden. Die Wahl fiel auf Ta Prohm, der heute als „DerDschungeltempel“ bekannt ist.

Die Atmosphäre, die er ausstrahlt, ist derart mystisch, dass er 2001 als spektakuläre Kulisse für den Hollywood-Blockbuster „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie in der Hauptrolle ausgewählt wurde.

Wurzeln von des Thitpok-Baumes (Tetrameles nudiflora) im Tempel Ta Prohm in Angkor, Kambodscha

Wurzeln des Thitpok-Baumes  im Tempel Ta Prohm

Du kannst Dir wahrscheinlich denken, an welchem von all den unzähligen Tempeln in Angkor ich mich mit Abstand am längsten aufgehalten habe 🙂

Was mich als Naturliebhaber hier natürlich am meisten beeindruckte, war diese einzigartige Symbiose von Mensch und Natur. Es ist, als ob der Dschungel mit den Tempelruinen eins wird, sie wortwörtlich durchwächst, um aus den Trümmern einer längst vergessenen Hochkultur ein neues Bauwerk zu erschaffen. Ein Kunstwerk wozu kein Menschenwesen jemals fähig wäre: Ich nenne sie die „Grünen Kathedralen von Angkor“.

Der Tempel im Würgegriff der Bengalischen Feige

Ta Prohm ist mit seinen monumentalen Baumwurzeln, die ganze Gebäudeteile umschließen und meterdicke Sandsteinmauern wie Knäckebrot sprengen, eines der beliebtesten Fotomotive in Angkor.

Neben dem Thitpok-Baum (Tetrameles nudiflora) mit seinen beeindruckenden „Brett-Wurzeln“, ist es vor allem auch die Bengalische Feige, die Mauern und Türme „fest im Griff“ hat.

Bengalische Feige oder Banyan-Baum (Ficus benghalensis)

von Würgefeige umschlossener Tempel in Koh Ker nördlich von Angkor, Kambodscha. Mit Alfred Zenz Jun.

von Würgefeige umschlossener Tempel

Der Grund, warum man gerade von diesem Baum so viele Tempelbereiche umschlossen findet, ist seine kompromisslose Art sich zu verbreiten.

Sein Same keimt nämlich bevorzugt im Geäst anderer Bäume. Von dort aus bildet er schon als junges Pflänzchen „Luftwurzeln“, die frei herunterhängen. Haben sie den Erdboden erstmal berührt, schlagen sie sofort Wurzeln und bilden einen richtigen Stamm. Es kommt zu einem massiven Wachstumsschub, da das Bäumchen nun nicht mehr ausschließlich auf das Substrat angewiesen ist, das sich auf dem Wirtsbaum befindet. Wie eine Würgeschlange umschließt es den Stamm seines Wirtsbaum, bis dieser mit zunehmendem Alter erdrückt wird und schließlich abstirbt. Deshalb wird der Banyan auch Würgefeige genannt.

Luftwurzeln des Banyan-Baums (Ficus benghalensis)

Luftwurzeln des Banyan-Baums (Ficus benghalensis)

Trotz dieser nicht sehr feinen Umgangsart mit seinen „Kollegen“ zählt der Banyanbaum zu einem der heiligsten Bäume Ostasiens! Aufgrund dieses „auf den Kopf gestellten“ Wachstums (die Wurzeln „kommen“ vom Himmel herab) gilt er im Hinduismus als Ort „göttlicher Präsenz“ – er ist zugleich Baum der Erkenntnis und des Lebens.

Keimt der Baum nun auf dem Dach eines Tempels geschieht das gleiche mit dem Bauwerk, nur dass dieses halt nicht abstirbt. Nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten entsteht so eine unglaublich beeindruckende Verschmelzungen zwischen Baum und Bauwerk, die jeden Besucher in Erstaunen versetzt.

Wenn die „Grünen Kathedralen“ fallen

Man braucht kein hochsensibler Mensch zu sein, um die lebendige Kraft wahrzunehmen, die solch ein Ort ausstrahlt. Man spürt den Unterschied, wenn man von einem der säuberlich vom Dschungel befreiten Tempel in diese nahezu unangetasteten Ruinen kommt.

Ich bin davon überzeugt, dass hier vor allem eins die Massen anzieht – Naturfaszination. Etwas, was uns tief im inneren berührt und sich mit keinem historischen Geschichtsbuch erklären lässt.

Tempel Bantey Kdei in Angkor, Kambodscha. Mit großem Thitpok-Baum (Tetrameles nudiflora)

Tempel Bantey Kdei in Angkor. Mit großem Thitpok-Baum (Tetrameles nudiflora)

Ich schaue in die mächtigen Baumkronen und freue mich, dass hier die alten Bäume bewahrt wurden. Anders als ich es auf den Dschungeltrekkings erlebt habe, wo kaum mehr ein Urwaldgigant zu sehen ist. Auch hier in Kambodscha schreitet die Rodung des Regenwaldes wie überall in den Tropen rasant voran. Nach Angaben der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird ALLE 2 SEKUNDEN weltweit eine Waldfläche in der Größe eines Fussballfeldes vernichtet!! (das sind in etwa 3500m2 pro Sekunde!).

Und ich frage mich, wie wenig müssen uns die Wälder wert sein, dass das möglich ist?

  • Wenn ein durchschnittliches Einfamilienhaus abgerissen wird, dauert es in etwa 1 Jahr bis ein neues Haus gebaut ist. Wenns schnell gehen soll, steht so ein Haus auch schon nach wenigen Monaten.
  • Wenn eine unserer Kirchen oder Kathedralen zerstört wird, wie z.B. die Frauenkirche in Dresden im Zweiten Weltkrieg, dauert es ein Jahrzehnt bis sie wieder instand gesetzt sind.
  • Selbst viele der unglaublichen Tempel von Angkor werden seit 1908 erfolgreich rekonstruiert. Und mag es weitere 100 Jahre dauern, es ist auf alle Fälle möglich!
  • Wenn Du einen 500 Jahre alten Baum fällst, dauert es – richtig – 500 Jahre bis ein neuer Baum dieser Dimension heranwächst. Aber Du kannst nichts dazu tun, um es zu beschleunigen. Wir können nicht an den Bäumen ziehen, damit sie schneller wachsen.
  • Ein bisher vom Menschen unangetasteter Urwald (man nennt so etwas Primärwald) beherbergt ein über Jahrtausende gewachsenes, stabiles Ökosystem mit einer unglaublichen Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren. Wenn so ein Wald zerstört wird dauert es tausende von Jahren, bis dieser Zustand wieder hergestellt ist. Und kein Geld der Welt und keine noch so moderne Technologie vermögen dies zu beschleunigen.

Sollten aus dieser Sicht unsere Wälder nicht bedeutender sein als alle historischen Bauwerke zusammen?
Was wäre, würden wir unsere noch vorhandenen Urwälder so wertschätzen wie die Tempel und Kirchen vergangener Kulturen und Epochen? Wie viel „heiliger“ würde uns dann ein alter Baum oder ein alter Wald erscheinen?

Die Wälder wären für uns wie Grüne Kathedralen von zeitloser, lebendiger Schönheit. Und der wohl unmittelbarste Zugang zur Kraft, die aller Schöpfung zugrunde liegt.

mit herzlichen Grüßen,

Alfred Zenz Jun.