Duftveilchen (auch Märzveilchen oder Wohlriechendes Veilchen)

Viola odorata, Familie: Veilchengewächse, Violaceae

„Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne.“ (aus Persien)

Wenn im Frühling die Sonnenstrahlen auf die Erde treffen, beginnt das Leben zu erwachen. Neben Kissenprimel, Schneeglöckchen und Krokus macht sich ab März auch noch ein ganz anderes Pflänzchen bemerkbar – das Duftveilchen. Es mag im ersten Moment etwas unscheinbar wirken, hat es aber Faustdick hinter der Blüte. Spätestens nachdem du einmal an ihm gerochen hast, wirst du diese kleine Schönheit nicht mehr aus dem Gedächtnis verlieren! Denn sein Duft ist wahrlich betörend!

Der Frühlingsblüher mit dem unverschämt betörenden Duft

Duftveilchen, Viola odorata

Beim Duftveilchen handelt es sich um eine kleine, krautige, 5 bis 15cm hohe Pflanze, die in freier Natur gerne an Waldrändern und unter Gebüschen wächst. Ursprünglich stammt diese kleine Schönheit aus dem Mittelmeergebiet und dem Iran. Inzwischen hat es aber auch weite Teile Europas als seine Heimat erklärt. Bei uns findest du es häufig in den Rasenflächen zusammen mit der Primel und dem Krokus.

Während das Duftveilchen in den südlichen, wärmeren Gefilden bereits zu blühen beginnt und so manch grauen Rasen einen lila Farbklecks verpasst, ist es andernorts noch am Erwachen. Da sich der Beginn der Blüte je nach Breitengrad zwischen Anfang und Ende März erstreckt, wird es auch Märzveilchen genannt. Der Name Duftveilchen oder Wohlriechendes Veilchen hingegen ist auf ein angenehm und wahrlich intensiv riechendes, ätherisches Öl zurückzuführen, das sich in den Blüten befindet.

Leicht erkennbar an Blatt und Blüte

Das Blatt des Duftveilchens

Aber auch wenn es bei dir im Garten noch nicht blüht, kannst du das Duftveilchen bereits an seinen markanten Blättern im Rasen erkennen. Sie sehen in gewisser Weise aus wie gestielte Herzchen mit leicht gekerbtem Blattrand (siehe Foto). Zwischen diesen Blättchen erheben sich bald dunkelviolette, seltener weiß oder rötlich gefärbte, wohlriechende Blüten. Wenn du das Veilchen ungestört wachsen lässt, breitet es sich durch sogenannte Ausläufer (Triebe, die sich neu bewurzeln) allmählich aus und bildet größere Flächen. Zusätzlich werden die Früchte von Ameisen verschleppt, was zu seiner Verbreitung beiträgt.

Die Blume der Liebe

Bei den Griechen und Römern galt das Veilchen seiner dunklen Blüten und seines betörenden Duftes wegen als „Blume der Liebe“ und war ein begehrtes Aphrodisiakum. Indem man ein Veilchen verschenkte, drückte man damit seine rege Zuneigung aus. So ist es nicht verwunderlich, dass das Veilchen unter anderem dem bocksfüßigen, gehörnten Vegetationsgott Pan geweiht war. Pan verkörperte unter anderem die Sexualkraft der Natur und steht damit in direktem Zusammenhang mit Sinnlichkeit und Erotik.

Die verführerische Kraft des Veilchens schien auch Napoleon Bonaparte nicht verborgen geblieben zu sein. Er erkor sie als seine Lieblingspflanze nachdem ihm seine große Liebe Joséphine de Beauharnais am Abend ihres Kennenlernens einen Veilchenstrauß zugeworfen hatte. Nach seinem Tod fand man auf seiner Brust in einer goldenen Kapsel zwei getrocknete Veilchen.

Die Lieblingsblume der Dichter

Sinnliche Kräfte erhöhen die Empfänglichkeit und schaffen Raum für Eingebung und Inspiration. Viele berühmte Schriftsteller wie zum Beispiel Homer, Johann Wolfgang von Goethe oder Troubadoure ließen sich durch das Duftveilchen von der Muse küssen. Eduard Mörike verewigte das Veilchen dazu in seinem Gedicht „Er ist’s!“

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
– Horch von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s
Dich hab ich vernommen!

Im Gespräch mit dem Pflanzengeist des Duftveilchens

Als einer der ersten Frühlingsblüher leuchten die dunkelvioletten Blüten aus dem noch eher farblosen Rasen hervor. Ich will dieser kleine Blume auf Augenhöhe begegnen und lege mich flach auf den Rasen um ihr in die wunderschönen Blütenaugen zu schauen. Dabei strömt mir ein intensiver, fast parfümartiger Duft in die Nase und berührt sogleich mein Herz. Im Gespräch mit seinem Geist offenbart mir das Duftveilchen folgendes:

„Ich bin die zarte Blume der Verführung, die weiß dich in der Tiefe zu berühren. Mit großen Augen schau ich dir ins Herz, berühre dich an dieser Stelle, wo verborgen liegt der süße Schmerz. Dort wo Liebe sich als Lust verkleidet und Moral das sinnliche Begehren meidet.

Ich öffne in dir das, was abgeschottet ist und dicht, auf dass du Wurzeln fassen magst und dich erhebst zum Sonnenlicht. Denn Freude kann nur dort gedeihen, wo die Ängste sich an letzter Stelle reihen. So bewirke ich, dass Liebe durch dich fließt und sich mit jedem deiner Schritte in dein Umfeld reich ergießt.

Spür die Kraft, die durch mich wirkt, sie bringt in dir hervor was sich an Schönheit tief in dir verbirgt. So will ich senden dir die schönste Frühlingsgrüße, mit einem Duft so warm und sinnlich wie des Sommers Süße. Auf dass Gesang sich mag in dir erheben, um zu preisen, was erwacht zu neuem Leben!“

Was das Duftveilchen für dein Seelenheil tun kann

Es beruhigt, entspannt und besänftigt dein Gemüt

Duftveilchen, Viola odorata

Sobald du dich mit dem Wesen dieser kleinen Blume verbindest, wirst du merken, wie eine gewisse Ruhe, Sanftheit und angenehme Gelassenheit in dir Einzug findet. Vor allem, wenn du gerade gestresst bist, kann dir das Duftveilchen dabei behilflich sein, einen Gang zurückzuschalten und wieder frei durchzuatmen.

Es wirkt herzöffnend und erhöht deine Liebesfähigkeit

Die zutiefst sanfte und weiche Energie dieser Blume sowie ihr Duft wirken sehr stark auf dein Herzzentrum, das sofort eine gewisse Besänftigung und Weitung erfährt. Im Geiste des Duftveilchens vermagst du nicht geschlossenen Herzens zu verweilen, sondern gewinnst das Vertrauen dich zu öffnen und die Liebe zu spüren, die dich durchströmt. Die innewohnende Schönheit der anderen wird für dich leichter sichtbar und eine erhöhte Liebesfähigkeit stellt sich dann ganz von selbst ein.

Es verfeinert deine Sinneswahrnehmungen

So wie das Duftveilchen dich gut in deinen Körper bringt, erhöht es auch jegliche Art von Sensitivität. Es ist weniger eine Pflanze, die deine übersinnlichen Kanäle bedient, als vielmehr deine Fähigkeit des Fühlens und Empfindens nährt. Vor allem der Geruchs- und Sehsinn gewinnt an Intensität. Aber auch das Hören und Fühlen wird feiner. Ähnlich wie das Schneeglöckchen bringt das Veilchen dich hier mit deiner eigenen, inneren Zartheit in Kontakt und fördert eine erhöhte Achtsamkeit im Umgang mit dem Leben.

Es erhöht deine erotische Ausstrahlung

Blüte von der Seite

Diese kleine, zarte Blume weiß in jedem Fall zu betören und dich sowie das andere Geschlecht zu verzaubern. Ihr ganzes Wesen sowie ihr nachweislich aphrodisierender Blütenduft wirken einerseits erdend, sinnlich und sanft erregend, haben aber zugleich eine stark herzöffnende wie beflügelnde Wirkung. Alles in allem gute Voraussetzungen um deine erotische Ausstrahlung zu erhöhen und dich insgesamt attraktiver erscheinen zu lassen.

Da das Veilchen auch auf deinen Sehsinn und deine Augen wirkt, vermag es dir den verführerischsten Blick hervorzulocken, den du hast. In diesem Sinne erhöht es natürlich auch maßgeblich deine Flirtkünste.

 

Es schenkt dir Inspiration und Muse

Gepaart mit Gefühlstiefe und Liebesfähigkeit sowie einer erhöhten Sinneswahrnehmung ist das Duftveilchen ein treuer Begleiter, wenn es darum geht, dich künstlerisch auszudrücken. Die Kraft der Liebe will hier mit allem dazu nötigen Feingefühl durch Stimme, Berührung, Tanz oder Malerei in die Welt fließen.

Wie Du die Kraft des Duftveilchens am besten für Dich nutzen kannst

In der bewussten Begegnung

Jetzt im fortschreitenden März kannst du die Duftveilchen auf so manchen Rasenflächen oder am Rande von Gebüschen finden. Wenn du dir die Zeit nimmst einmal ihre Blüten ganz genau zu betrachten und dabei an ihnen riechst, kommst du sehr leicht mit ihrem feinen Wesen in Kontakt. Eine Berührung, der du nicht entkommen kannst.

In der naturheilkundlichen Anwendung

Das Duftveilchen wurde bereits in der Antike wegen seiner Heilkraft geschätzt. Volksmedizinisch findet es auch heute noch Verwendung.

  • Innerlich wird die ganze Pflanze einschließlich Wurzel als mild schleimlösendes Mittel bei Erkrankungen der Atemwege wie Halsentzündung, Keuchhusten oder Bronchitis eingesetzt.2 Den Duftstoffen der Blüten wird eine nervenberuhigende und stresslösende Wirkung zugeschrieben. In Tees dienen die Blüten als Schönungsdroge, da sie dem Tee eine schöne, blaue Farbe verleihen. In der Naturkosmetik verwendet man die frischen Blüten zudem für entspannende Gesichtsmasken.3
  • Für den Tee 2 Teelöffel Veilchenkraut mit 1/4 lit. Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen und noch weitere 5 Minuten ausziehen lassen. (2-3 Mal täglich 1 Tasse). Der Tee kann unverdünnt auch gut zum Gurgeln verwendet werden.1
  • Äußerlich kann die frisch zerquetschte Pflanze als Breiumschlag oder Hautwaschung bei Verletzungen, Hautunreinheiten, Operationsnarben oder Verbrennungen eingesetzt werden.1

Als ätherisches Pflanzenöl

Wie du dir denken kannst, findet das Duftveilchen natürlich auch seinen Einsatz in der Parfümindustrie. Da sich aus den Blüten selbst der Duft jedoch nur schwer gewinnen lässt, werden in erster Linie die Blätter des Veilchens verwendet. Aus ihnen extrahiert man einen sogenannten „grünen Duft“, der im Gegensatz zu den Blüten eher erdige Noten aufweist. Veilchenöl ist im Handel zu bekommen.

Als Wildgemüse und Lebensmittel

Die Blüten und Blütenknospen des Duftveilchens können direkt roh gegessen werden. Du kannst sie aber auch als dekorative Beilage über Salate und diverse warme Speisen streuen. Da sie ein intensives, fast parfümartiges Aroma verströmen, eignen sie sich meiner Meinung nach am allerbesten zur Verzierung von Süßspeisen.

Sehr beliebt sind beispielsweise kandierte Veilchen. Dafür werden die Blüten mit halbsteif geschlagenem Eiweiß bestrichen und mit feinem Zucker dünn bestreut. Anschließend lässt man sie auf einem feinen Gitter etwa zwei Tage trocknen. Die kandierten Veilchen sind eine beliebte Dekoration für Torten und Desserts. Auch lässt sich ein wunderschön lilafarbenes und toll schmeckendes Veilchensirup aus den Blüten herstellen. Hierzu findest du im Internet zahlreiche Rezepte.

Die Blätter kannst du das ganze Jahr über verwenden sammeln. Sie eigenen sie als Beigabe zu Salaten und diversen Kochgerichten.

Achtung! In allen Pflanzenteilen außer den Blüten befinden sich Inhaltsstoffe, die in großen Mengen genossen zu Übelkeit führen können. Von der Verzehrung der Wurzel wird generll abgeraten. Sie schmeckt brennend scharf und kann Erbrechen erzeugen.3

Blüten des Duftveilchens im Rasen, im Süden von Österreich

Die Blume für die verführerische Seite in dir

Wie du siehst, ist das Duftveilchen eine vielseitig verwendbare Pflanze. Ob als duftende Wildblume für deinen Garten, als Heilkraut für die Hausapotheke oder zur Freude von so manchem Gourmetgaumen in der Wilden Küche.

Und wenn du dich ganz auf das feine Wesen dieser kleinen Schönheit einlässt, gewinnst du sogar noch einen wertvollen Pflanzenverbündeten auf deinem Lebensweg dazu. Denn die „Blume der Liebe“ wird dich auf jeden Fall darin bestärken deine sinnlich-verführerische Seite zum Besten zu geben.

Ich freue mich auf dein Kommentar!

Herzlichst,

Alfred Zenz – Der Seelengärtner

PS:

Begegne deinen Pflanzenverbündeten bei einem Event der ganz besonderen Art:

„Baum-Magie – Die transformative Kraft der Bäume“ – 4tägiges Festival mit Ausstellung, Workshops & OSTARA-Ritualnacht. Von 19.-22. März im Zentrum TamanGa in Gamlitz. Eine Reihe spekakulärer Workshops entführen dich hier in die mystisch-magische Welt der Pflanzen. Den Höhepunkt beschreibt die OSTARA-Ritualnacht, wo in Anlehnung an alteuropäische Riten der Beginn des Frühlings gefeiert wird! HIER erfährst du mehr.

 

Weitere Veranstaltungen:

Quellen:

  • 1 APOTHEKER M. PAHLOW: Das große Buch der Heilpflanzen. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 2004-2006
  • 2 SCHÖNFELDER, Ingrid und Peter: Das neue Handbuch der Heilpflanzen. Botanik, Arzneidrogen, Wirkstoffe, Anwendungen. Franck-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2004
  • 3 STEFFEN GUIDO FLEISCHHAUER, JÜRGEN GUTHMANN, ROLAND SPIELBERGER: Enzyklopädie der Essbaren Wildpflanzen. AT Verlag, Aarau und München 2013
4 Kommentare
  1. HEIDI FESTBAUM sagte:

    Hallo lieber Seelengärtner…ein wircklich schöner Bericht…möchte noch Ergänzend erwähnen…Veilchenblütentee hilft auch Hormone auszugleichen…Vor allem Frauen,die nicht schwanger werden konnte..hat das liebe Veilchen in meiner Praxis schon zu Kindersegen verholfen.
    Und Veilchenwurzel hilft als natürliches Mittel Kindern beim Zahnen….
    Liebe Grüße
    Heidi Festbaum

    Antworten
  2. Wilfried Bedek sagte:

    Vielen Dank für den tollen Artikel und das schöne Gedicht! – Würde es gerne das eine oder andere Mal bei meinen Naturausflügen den TeilnehmerInnen vortragen. Liebe Grüße, Wilfried

    Antworten

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