Gemeine Fichte (auch Gewöhnliche Fichte oder Rot-Fichte)

Picea abies, Familie: Kieferngewächse, Pinaceae

„Die wichtigste Entscheidung, die du treffen kannst, ist die Entscheidung, was du als wichtig betrachtest.“ (Michael Neill)

Im Pflanzenreich herrscht Winterruhe, alles schläft….fast alles. Eine Gruppe unter den Bäumen ist nämlich nach wie vor wach: Es sind die Nadelgehölze. Sie sind für die rauen und harten Bedingungen des Winters bestens vorbereitet. Ihre Blätter wurden im Laufe der Evolutionsgeschichte zu Nadeln komprimiert, um den oft harten Bedingungen in ihrer Ursprungsheimat gerecht zu werden.

Einer dieser Nadelbäume ist die Fichte. Sie ist der Baum, der zusammen mit Tanne und Kiefer unseren Wäldern auch im Winter das lebendige Grün verleiht. Als Baum steht sie dabei in jeder Hinsicht für die Qualität des Nordens. Im Medizinrad, das sich an den Jahreszeiten, den Elementen und den Himmelsrichtungen orientiert, steht der Norden unter anderem für Disziplin, Verantwortung, Klarheit und Ausrichtung. Alles Kräfte und Qualitäten, welche die Fichte als Baum auch in feinstofflicher Hinsicht durchdringen.

Wir erleben gerade eine historische Krisenzeit, welche die meisten Menschen an ihre Grenzen bringt. Eine Zeit, wo einem das Dach im wahrsten Sinne des Wortes schon mal auf den Kopf zu fallen scheint, wo es darum geht, Stellung zu beziehen und dennoch in Beziehung zu bleiben, wo Menschen darum kämpfen ihre Ziele trotz widrigster Umstände nicht aus den Augen zu verlieren und es wichtiger ist denn je, sich der Essenz dessen zu besinnen, was einem wirklich, wirklich wichtig ist. In all diesen Aspekten ist die Fichte hier sicher einer der wertvollsten Baumverbündeten um Ausrichtung, Halt und Unterstützung zu geben.

Dieser Artikel ist ihrem innewohnenden Wesen gewidmet, das uns Menschen, insbesondere in den Nordländern, bereits seit Jahrtausenden begleitet.

Der Nadelbaum des hohen Nordens

Als Baum des „hohen Nordens“ ist die Fichte perfekt an die gemäßigten Zonen Russlands und Skandinaviens angepasst. Denn obwohl sie kaum Nährstoffansprüche an ihre Umgebung stellt, mag sie es vor allem kühl und feucht, um zu gedeihen. In unseren Breiten wächst sie daher am liebsten in den Alpenregionen, wo höhere Niederschläge herrschen und aufgrund der niedrigeren Temperaturen kaum Bodenwasser verdunstet. Hier findet man sie sogar bis zur Baumgrenze in Höhenlagen von bis zu 2400 Metern. Da die Fichte ein beliebter, schnellwachsender Forstbaum ist, wurde sie vor allem im letzten Jahrhundert in Gebieten aufgeforstet, die ihr völlig artfremd sind, wodurch sie nicht überall in ihrer vollen Kraft gedeihen kann. Regelmäßige Borkenkäferepidemien und die großflächige Entwurzelung ganzer Fichtenwälder nach einem Sturm zeugen von dieser Entwicklung.

Der Schutzgeist im Fichtenwald

Im Gespräch mit dem Geist des Waldes

Ähnlich wie die Tanne galt die Fichte bei den Kelten und Germanen als bedeutsamer Lebens- und Schutzbaum, dessen immergrüne Zweige man sich in der dunklen Jahreszeit als Symbol des wiederkehrenden Frühlings ins Haus holte.1 In der slawischen Tradition glaubte man, dass Fichtenwälder von einem weiblichen Wesen namens „Dziwitza“ oder „Boruta“ durchstreift wurden, die als „Jägerin des Waldes“ galt. Ihr männliches Pendant, der „Geist oder König des Waldes“ bewohnte dem Volksglauben nach die älteste Fichte des Waldes. In der westlichen Tradition entspricht er dem „Grünen Mann“, der das Gegenstück zur Erdgöttin bildet. Dieser wurde häufig in Form einer entwurzelten Fichte oder Tanne dargestellt und symbolisierte die Einheit der Menschen mit der Pflanzenwelt. Er war es, der die Geheimnisse und Gesetze der Natur kannte, und bei dem auch der Mensch Schutz und Nahrung empfangen konnte.1

Im Gespräch mit dem Baumgeist der Fichte

In den naturgewachsenen Fichtenwäldern der Alpenregionen, bildet sich am Boden oft ein herrlicher Teppich aus grünem Moos. In einem dieser Wälder möchte ich mich mit dem Geist der Fichte verbinden. Ich staune über die unzähligen kerzengeraden Stämme, die keinen Millimeter von ihrer Bahn abzuweichen scheinen. Mit ihren pyramidenförmigen Kronen und den leicht nach unten hängenden Ästen, erscheinen sie mir wie aufwärtsstrebende Raketen. Pfeile, die bereit sind, jeden Moment in den Himmel zu starten. Im Gespräch mit dem Fichtengeist erfahre ich folgendes:

„Vertraue mir, ich gebe Sicherheit, mit mir bist du zum Aufbruch stets bereit. So komm in meine Arme, lass dich sehn, ich halt dich fest und lass dich niemals mehr des Weges gehen. Des Weges, der dich in die Irre führt, und anstatt der Liebe tiefe Ängste in dir schürt. Denn durch mich wirkt dieses Feuer, dass dich greifen lässt das rechte Steuer. So dass du dich nach vorn bewegst und direkt schnell dem Ziel zustrebst.

Einfach ist mein Geist gestrickt, er zeigt dir stets worin das Wesentliche liegt. Es ist die Energie, die nicht erlaubt, die Zeit mit dem zu teilen, was dir deine Kräfte raubt. So spüre diese Ausgerichtetheit und klare Kraft, die dich so stark und sicher macht. Das erschaffende Prinzip, das in dir lebt, der wache Geist, der stetig vorwärts strebt. Er hilft dir deinen Blick nach vorn zu wenden, nicht nur zu empfangen, sondern auch nach außen in die Welt zu senden.“

(Auszug der Poesie aus dem Buch „Vater Eiche, Mutter Linde – Bäume als Seelenbegleiter, Kraftspender und Verbündete“)

Was die Fichte für dein Seelenheil tun kann

  • Sie hilft dir, dich auf das Wesentliche zu besinnen

Die Energie der Fichte zentriert und richtet klar aus. So wie ihre kerzengeraden Stämme wie Pfeile in den Himmel ragen, vermag sie auch deine gesamte Aufmerksamkeit zu bündeln und auf einen Punkt zu fokussieren. Auf das, was gerade wirklich von Bedeutung für dich ist.

  • Sie motiviert dich, deine Ziele zu erreichen

Die Fichte lässt dich nicht nur klar erkennen, was als nächstes anliegt, sondern treibt dich auch an, dieses Ziel zu verfolgen. Ganz nach dem Motto: „Wenn erst einmal klar ist, um was es geht, kann mich nichts mehr aufhalten!“ Dabei führt sie dich behutsam Schritt für Schritt auf deinem Weg und lässt dich dein Ziel nicht aus den Augen verlieren.

  • Sie verleiht Geistesklarheit und erleichtert Entscheidungen

    Baumporträt der Fichte – von Jasmine Wagner

Die Fichte hat eine starke Ausgerichtetheit zu den kosmischen Kräften. Wie eine Antenne vermag sie diese himmlischen Einflüsse zu bündeln und dir als Menschenwesen zukommen zu lassen. Sie lehrt dich, die Einfachheit inmitten der größten Komplexität zu erkennen, das Wesentliche inmitten unzähliger Möglichkeiten zu sehen. Das, was vorher undurchschaubar erschien, wird wieder fassbar und klar.

  • Sie fördert Geradlinigkeit, Willensstärke und Disziplin

Die Schwingung der Fichte erhöht deine Konzentrationsfähigkeit und verleiht dir mentale Stärke. Dabei wirkt sie mit einer Direktheit und Geradlinigkeit, die es dir schwer machen wird, von deinem Kurs abzuweichen. Sie fordert dich auf, zu deinem Tun zu stehen und dich zu deinem Fokus zu bekennen. Sie sagt: „Du hast eine klare Wahl getroffen – jetzt stehe dazu!“ In diesem Sinne erfahre ich das Wesen der Fichte als sehr Mut gebend, mich nicht von meinen Ängsten oder Zweifeln einbremsen zu lassen. Das, was ich in Liebe gewählt habe, will gelebt werden.


Wie du die Kraft der Fichte am besten für dich erfahren kannst

Knorrige Wetterfichte

In der bewussten Begegnung

Fichten sind leicht und häufig anzutreffen, wobei es sich empfiehlt, eher naturgewachsene Exemplare aufzusuchen. Wenn du jemals durch natürliche Bergfichtenwälder gewandert bist, wirst du eine völlig andere Kraft wahrnehmen, als in angelegten Fichtenmonokulturen. Sie vermitteln eine einzigartige Stille, Dauerhaftigkeit und Erhabenheit und machen dir die elementaren Prozesse der Bergwelt zugänglich. Vielleicht findest du ja sogar eine alte, knorrige Wetterfichte, die dir Unglaubliches zu erzählen hat.

Durch das Einatmen ihres Duftes


Gerade im Winter vor Weihnachten kann der Duft von Pflanzenöl, Nadeln und Harz ganz besonderes Wohlbefinden auslösen. Ätherisches Fichtenöl als Duft reinigt und öffnet die Atemwege und sorgt auf der feinstofflichen Ebene für innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Fichtenöl macht wach und hilft, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Die Nadeln und das Harz der Fichte kannst du hingegen geräuchert zur energetischen Reinigung von Räumen verwenden. Der Rauch wirkt zentrierend auf den Körper und lässt ihn wieder seinen entsprechenden Platz im Außen finden.

Die Zapfen der Fichte – im Gegensatz zur Tanne nach unten hängend

Klarheit-Absicht-Umsetzung

Für viele Menschen ist die Fichte als Baum nicht besonders positiv geankert. Unzählige Fichtenmonokulturen haben den Zugang zu ihrem eigentlichen Wesen eher verhindert als gefördert. Ich war einst einer von denen, wo die Fichte als Baum keine all zu große Wertschätzung erfuhr. Erst als ich mich ganz bewusst begann mit ihr zu beschäftigen, offenbarte sich ein unglaublich schönes, klares und kraftspendendes Wesen. So wie es letztendlich jedem Baum auf seine Art und Weise innewohnt.

Vielleicht ist es auch für dich jetzt an der Zeit diesen Baum und damit dich selbst neu kennenzulernen und Zugang zu einer Kraft aus der Natur zu bekommen, die dir bisher verborgen war. Eins sei dir an diesem Punkt versichert: Wenn sie dich als Baum findet, kommst du nicht mehr daran vorbei, zu tun, was für dich dran ist. Ganz nach dem Motto: „Ich weiß, WAS ich will. Ich weiß, WIE ich es erreiche. Und ich weiß, WANN ich es umsetze.“

Ich freue mich auf dein Kommentar!

Herzlichst,

Alfred Zenz Jun. – Der Seelengärtner

Buch-Vater-Eiche-Mutter-LindeMehr über die Fichte kannst du in meinem Buch „Vater Eiche, Mutter Linde – Bäume als Seelenbegleiter, Kraftspender und Verbündete“ nachlesen.
Liebevoll gestaltete Baumporträts von insgesamt 18 bedeutenden, heimischen Bäumen zeigen, was Birke, Buche & Co auf seelischer wie körperlicher Ebene für dich tun können, und helfen, in jeder Lebenslage den richtigen Baum als Kraftspender und Seelenbegleiter für dich zu finden.

 

P.S.

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Quellen:

1 HAGENEDER, Fred, Buch: Der Geist der Bäume. Eine ganzheitliche Sicht ihres unerkannten Wesens. Neue Erde, Saarbrücken, 5. Auflage 2014

6 Kommentare
  1. Michaela sagte:

    Lieber Alfred,
    deine Worte kommen wieder zum richtigen Zeitpunkt…. um auszusteigen aus den täglichen Alltagssorgen,….. wieder ins Vertrauen zu gehen, in die hilfreichen Kräfte der Baumenergien. Vor allem die Verbindung mit der Fichte, die ich so lang unterschäzt habe, oder vielleicht auch weil ich mit meiner Zielsetzung ein Problem habe…jetzt ist sie so ein wichtiger Teil meiner Entwicklung geworden und hilft mir den Focus zu halten, stark zu bleiben, die Verbindung zu meinem Weg nicht zu verlieren, was auch immer aus dem Außen auf mich einprasseln mag und auch wenn ich mein Ziel nicht immer kenne.
    Danke für deine Übersetzung ganz tief aus deinem Herzen, damit auch ich diese Energien wahrnehmen und verstehen lerne. Mein Leben ist dadurch so viel wertvoller geworden.

    Antworten
    • Alfred Zenz sagte:

      Liebe Michaela,

      Ja, die Baumverbündeten als ein Teil der Natur sind stets die beste Adresse um aus dem Alltagsrad auszusteigen und sich seiner eigenen, wahren Natur zu besinnen. Freut mich, dass dir Fichte hier so Halt gibt und dir auf deinem Weg eine so treue, wenn auch sehr geradlinige und kompromisslose Begleiterin ist. Gerade das braucht es einfach oft, damit wir alte Pfade wirklich verlassen können um die neuen mit ganzer Kraft zu beschreiten.

      Vielen Dank fürs Teilen!

      ganz herzliche Grüße,

      Alfred

      Antworten

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